Erstellt am 06. April 2016, 05:04

von Susanne Müller

"Experience" als Online-Plattform. Kein kompakter Veranstaltungsreigen mehr. Einige Events bleiben, aber werden über das ganze Jahr verteilt.

Die beliebten Events werden zum Teil weiterhin stattfinden, allerdings über das ganze Jahr verteilt. Das traditionelle „Essen wie zu Haydns Zeiten“ wird zum Beispiel heuer im Rahmen der Haydntage in Rohrau veranstaltet. Informationen dazu und zu den anderen touristischen Angeboten der Region gibt es künftig auf der Homepage www.carnuntum-experience.at.  |  NOEN, NÖN

Gleich vorweg: Die Carnuntum Experience, wie man sie die letzten zehn Jahre kannte, wird es ab heuer nicht mehr geben. „Nach zehn Jahren hat sich unser Kind ,Carnuntum Experience‘ fertig entwickelt. Jetzt wollen wir es in die Arbeit schicken“, so Carnuntum-Winzer-Präsident Robert Payr.

Der zehntägige Veranstaltungsreigen im August ist damit Geschichte. Viele Events, die die Winzer bisher in diesem Zeitraum veranstaltet haben, werde es auch in Zukunft geben – allerdings über das ganze Jahr verteilt. „Es gibt auch andere Zeiten im Jahr, die für den Genuss wichtig sind, man denke etwa an die Spargelsaison. Künftig ist 365 Tage im Jahr Carnuntum Experience“, betont Payr.

Zusammenarbeit soll ausgebaut werden

Und zwar konkret in Form einer Online-Plattform, für die die Winzer die Kooperation mit der Tourismus-Destination Donau NÖ und dem regionalen Tourismus-Verband Römerland Carnuntum-Marchfeld noch weiter intensivieren wollen. Auch mit dem Marchfeld soll die Zusammenarbeit in diesem Rahmen weiter ausgebaut werden.

Alle hochwertigen Veranstaltungen der Region sollen dort zu finden sein, ebenso wie die Angebote der regionalen Tourismus-Ziele, wie des Nationalparks, des Archäologieparks oder der Marchfeld-Schlösser. Langfristiges Ziel sei es, die Gäste länger in der Region zu halten. „Wir Winzer haben es uns vorbehalten zu entscheiden, welche Veranstaltungen auf der Carnuntum Experience-Homepage angekündigt werden dürfen“, so Payr.

Die Rubin Präsentation, der ursprüngliche Ausgangspunkt der Experience, werde weiterhin stattfinden. Aber auch hier soll der Schwerpunkt verändert werden. Sie wird heuer nicht in der Region, sondern in Wien stattfinden, und zwar am 17. Oktober. „Die Winzer haben sich zehn Jahre lang in der Region eingebracht. Jetzt wollen wir mit unserem Wein wieder hinausgehen. Auch die Direktvermarkter sollen dabei die Gelegenheit haben, sich zu präsentieren“, so Payr. In weiterer Folge sind auch vermehrt Präsentationen im Ausland vorgesehen. Am Plan steht etwa Berlin, um die Weine aus Carnuntum verstärkt am deutschen Markt zu etablieren.

Für die Tourismus-Destination sei dies eine „Veränderung zum Positiven“, wie Donau NÖ-Geschäftsführer Bernhard Schröder betont. Die Carnuntum Experience sei für den Tourismus immer auch „ein Träger für andere Aktivitäten gewesen“. Das soll über die Online-Plattform nun noch stärker zum Tragen kommen.

Darüber hinaus werde die Destination weiter auf schon bisher erfolgreiche Themen wie den Radtourismus setzen. „Wir wollen ergänzende Radrouten schaffen und familienfreundliche Wanderrouten entwickeln“, so Schröder.

Schwerpunkt auf Barrierefreiheit

Einen neuen Schwerpunkt soll dabei die Barrierefreiheit bilden. „Hier wollen wir alternative Angebote für neue Zielgruppen entwickeln“, so Schröder. Als zweites Thema wolle man die „Genussregion“ forcieren und das, „was mit der Carnuntum Experience begonnen wurde, erfolgreich weiterführen“, spricht Schröder Führungen, Veranstaltungen und Schaubetriebe in der Region an. „Der Gast entwickelt ein immer größeres Interesse für regionale Produkte und deren Erzeugung“, so Schröder.

Als „Region im Aufwind“ wolle man das Römerland Carnuntum-Marchfeld künftig präsentieren und damit dem starken Zuwachs an Besucher- und Nächtigungszahlen der letzten Jahre Rechnung tragen, so Tourismusverbands-Obmann Franz Schodritz. Ziel sei es, den Tagesausflüglern künftig noch mehr Anreize zu geben, länger in der Region zu bleiben.