Erstellt am 10. Februar 2016, 05:48

von Susanne Müller

Feuerwehr: Neuer Anlauf für Einigung. Zufriedenstellende Vereinbarung für die Einsätze der Brucker Feuerwehr in Bruckneudorf ist nach wie vor nicht am Tisch.

Erst vor Kurzem hat die Brucker Feuerwehr in neue Helme investiert. Kostenpunkt für die Gemeinde: 25.000 Euro. Wie sich Bruckneudorf an den Kosten für die Feuerwehr-Ausrüstung beteiligen kann, wird ebenfalls Bestandteil von Verhandlungen sein. Am Foto: Jürgen Matuska, Sigi Steurer-Thimm, Matthias Petschka, Richard Hemmer und Claus Wimmer.  |  NOEN, Foto: Müller

Es gleicht einer endlosen Geschichte: Das Fehlen einer eigenen Bruckneudorfer Feuerwehr wird seit Jahren dadurch kompensiert, dass im Ernstfall die Brucker Feuerwehr in die Großgemeinde ausrückt. Angesichts der Tatsache, dass die beiden Gemeinden so zusammengewachsen sind, dass sie de facto eine Einheit bilden, ja eine durchaus plausible Lösung.

Wäre da nicht das liebe Geld. Seit Jahren, wenn nicht schon Jahrzehnten, ist der finanzielle Beitrag Bruckneudorfs für die Mitnutzung der Feuerwehr ein Streitpunkt zwischen den beiden Gemeinden. Zuletzt war die Causa im Brucker Gemeinderatswahlkampf hochgekocht. Da hatte Feuerwehr-Stadtrat Sigi Steurer-Thimm dringend Verhandlungen mit Bruckneudorf eingefordert. Immerhin war die letzte Vereinbarung Ende 2014 ausgelaufen. Für 2015 einigte man sich dann kurzerhand auf eine Summe von 30.000 Euro, die Bruckneudorf an Bruck bezahlte. Seither herrschte wieder Funkstille.

Bei der Jahreshauptversammlung der Brucker Feuerwehr betonte daher Feuerwehr-Kommandant Claus Wimmer einmal mehr: „Verhandlungen mit Bruckneudorf sind unbedingt erforderlich.“
Nun will Bruck einen neuen Anlauf starten. „30.000 Euro sind eindeutig zu wenig“, stellt Steurer-Thimm klar, der einräumt, dass eigentlich schon im Laufe des vergangenen Jahres eine Vereinbarung fixiert werden hätte sollen.

„Unsere Erwartungshaltung ist, dass Bruckneudorf
sich endlich deklariert.“ Brucks Bürgermeister
Richard Hemmer (SP)

Genau genommen hätte Bruckneudorf sich schon bis Ende 2014 entscheiden sollen, ob man lieber in eine eigene Feuerwehr investieren oder doch eine langfristige Kooperation mit Bruck anstreben will. „Wenn sie eine gemeinsame Lösung wollen, muss es auch eine entsprechende Vereinbarung finanzieller Natur geben. Bruckneudorf nimmt eine Leistung in Anspruch, ohne entsprechend dazu beizutragen. Das ist nicht das Gelbe vom Ei“, so Steurer-Thimm. Immerhin gehe es unterm Strich nicht nur um die einzelnen Einsätze, sondern auch um eine Beteiligung an Investitionen in die Feuerwehr. Das Ziel sei eine „faire Abgeltung, die für beide Gemeinden vertretbar ist“, so Steurer-Thimm.

Auch Brucks Bürgermeister Richard Hemmer (SP) betont: „Man wird sich wieder zusammensetzen müssen.“ Die bisherige Lösung sei nicht befriedigend. Eine Klärung sei sowohl in rechtlicher als auch in finanzieller Hinsicht nötig. „Unsere Erwartungshaltung ist, dass Bruckneudorf sich endlich deklariert“, so Hemmer.
Bruckneudorfs Bürgermeister Gerhard Dreiszker (SP) signalisiert Kooperationsbereitschaft: „Auch wir sind an einer langfristigen Lösung interessiert, müssen das aber mit der Bezirks- und Landesfeuerwehr zuvor abklären. Diese Gespräche sind derzeit im Laufen.“