Erstellt am 10. September 2015, 16:09

von APA/Red

Schlepper in Bruck festgenommen. In Niederösterreich ist ein 25-jähriger Serbe festgenommen, den die Landespolizeidirektion als führendes Mitglied einer internationalen Schlepperorganisation bezeichnet. Der Mann soll allein in den vergangenen zwei Wochen für die rechtswidrige Einreise von mindestens 450 Fremden verantwortlich sein.

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Die Festnahme des 25-Jährigen und eines Landsmannes war bereits am Montag im Stadtgebiet von Bruck an der Leitha erfolgt, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Der 27-Jährige habe in einem Pkw, einem Chrysler Voyager, 16 syrische Flüchtlinge von Ungarn nach Österreich gebracht. Der 25-Jährige soll dabei als Lenker eines Sicherungs- und Vorausfahrzeuges Aufpasserdienste geleistet haben.

International agierende Schlepperorganisation

Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass die Verdächtigen zu einer international agierenden Schlepperorganisation gehören, die auf die Schleusung von Flüchtlingen aus dem Raum Serbien - Ungarn nach Österreich spezialisiert sei. Dem 27-Jährigen seien in den letzten 14 Tagen mindestens fünf Schleppungen von jeweils mindestens 15 Flüchtlingen - in Summe also 75 - nach Österreich nachgewiesen worden.

Der 25-Jährige sei als führendes Mitglied der Organisation anzusehen, so die Polizei. Er habe die Lenker der Schlepperfahrzeuge bezahlt und außerdem - innerhalb von zwei Wochen mindestens zehnmal
- als Fahrer des Vorausfahrzeuges fungiert, um vor etwaigen Polizeikontrollen zu warnen.

25-Jähriger sei führendes Mitglied

Um längere Ausfälle von Schlepperfahrzeugen zu vermeiden, habe die Organisation dafür gesorgt, dass die Fahrten immer von einem Automechaniker begleitet wurden, der kleinere Defekte sofort beheben sollte.

Außerdem gehöre der Organisation ein Inhaber einer Kfz-Werkstätte in Ungarn an, der die Fahrzeuge für die Schlepperfahrten präparierte - Einbau von stärkeren Fahrwerken, Verdunkelung der hinteren Scheiben etc. - und größere Defekte der Schlepperfahrzeuge in seiner Werkstätte behob.

Die Beschuldigten wurden über Anordnung der Staatsanwaltschaft in die Justizanstalt Korneuburg eingeliefert. Die Erhebungen zur Ausforschung weiterer Täter werden fortgesetzt.