Erstellt am 14. Dezember 2015, 11:06

von Jutta Hahslinger

Gefängnisstrafe für serbische Schleuser. Aus reiner Geldgier unternahmen zwei Serben Schlepperfahrten unter lebensbedrohlichen Umständen für 450 Menschen.

Richterin Anna Wiesflecker verhängte über das Schleuserduo Gefängnisstrafen: Drei Jahre unbedingt für den 25-Jährigen, zweieinhalb Jahre für den älteren Mann.  |  NOEN, NÖN

16 Menschen, die sich aus einem Chrysler Voyager kämpfen und dann einfach am Straßenrand stehen gelassen werden: Dieser verstörende Anblick bei Schwadorf im September vergangenen Jahres alarmierte zwei Zeugen und sie verständigten die Polizei. In Bruck/Leitha klickten dann für zwei Serben (25- und 27-jährig) die Handschellen.

Das Schlepperduo zeigte sich vor Gericht geständig und es plauderte aus dem Leben eines Schleusers: Angeheuert von einer kriminellen Organisation in Ungarn habe man Transporte im Konvoi von drei Fahrzeugen durchgeführt und dafür pro Person rund 300 Euro verdient. Der 25-Jährige gab zu, als Aufpasser im Vorausfahrzeug an zehn Schlepperfahrten teilgenommen zu haben.

Auf engstem Raum eingepfercht

Insgesamt habe er rund 450 Flüchtlinge von der serbisch-ungarischen Grenze illegal nach Österreich begleitet, gestand er ein. Der 27-jährige Landsmann will es als Chauffeur nur auf fünf Schleuserfahrten mit rund 75 Flüchtlingen gebracht haben.

„Sie haben Menschen sechs Stunden auf engstem Raum eingepfercht und Qualen ausgesetzt und das aus reiner Geldgier“, meinte Richterin Anna Wiesflecker und verhängte über das Schleuserduo Gefängnisstrafen: Drei Jahre unbedingt für den 25-jährigen Serben, zweieinhalb Jahre hinter Gittern für den älteren Landsmann. Nicht rechtskräftig.