Erstellt am 29. Oktober 2015, 14:27

von Nicole Frisch

Gemeinde ist um Integration bemüht. Am Freitag durfte die Gemeinde eine sechsköpfige Familie begrüßen. Für November werden bereits weitere Flüchtlinge erwartet.

Seit Freitag bietet das Schloss einer Mutter und ihren fünf Kindern eine Unterkunft.  |  NOEN, Frisch

Bereits im Sommer zeigte die Mehrheit des Gemeinderats seinen Willen, Flüchtlingen in der Stadtgemeinde eine Unterkunft zu bieten. Dafür wurde eine leerstehende Gemeindewohnung im Schloss bereitgestellt. Allein die Flüchtlinge kamen lange nicht.

Am Freitag hatte das lange Warten allerdings endlich ein Ende. Eine Mutter mit fünf Kindern im Alter zwischen sieben und 17 Jahren bezog die Wohnung. „Zunächst gab es Kommunikationsprobleme, da die Familie kein Englisch spricht“, erzählt SP-Bürgermeister Gerhard David. Das Problem wurde allerdings rasch gelöst: Da die Familie ebenfalls aus Afghanistan stammt, konnte jener Bursche, der bereits seit Anfang Oktober in Mannersdorf ist und Englisch spricht, übersetzen.

„Mannersdorf hilft“

Die Mutter und ihre Kinder werden nun von der überparteilichen Plattform „Mannersdorf hilft“, die bereits an die 70 freiwillige Helfer zählt, mitbetreut. Diese hat sich in die neue Aufgabe bereits gut eingearbeitet. „Wir konnten zwei fixe Stunden in der Woche für Sprachkurse organisieren. Diese werden von Lehrern und Studenten abgehalten“, freut sich Roland Mayer, der neben Mark Hofstetter und Katharina Neuhauser-Welker für die Organisation der Plattform zuständig ist.

Derzeit ist ein Begrüßungscafé in Planung, dass die Flüchtlinge besser in die Gemeinde integrieren soll. „Es dient dem Kennenlernen und dem Plaudern“, hält Mayer fest.

Nächsten Flüchtlinge im November?

Bereits für November werden die nächsten Flüchtlinge erwartet. Ein weiterer Privater hat sich bereit erklärt, ein Quartier zur Verfügung zu stellen. „Wir werden die Quote nicht sofort erfüllen, aber wir tun wenigstens etwas“, betont David – und übt damit auch bewusst Kritik an anderen Gemeinden, die sich weiterhin gegen eine Flüchtlingsaufnahme wehren.