Bruck an der Leitha

Erstellt am 14. Juli 2016, 05:10

von Jutta Hahslinger

„Ich wollte ihm einen Denkzettel verpassen“. Verärgert über unmäßige Trinkerei des Gatten griff Bruckerin zu drastischer Maßnahme: Sie diffamierte ihn bei Polizei als Würger.

Richter Manfred Hohenecker verhängte über die Bruckerin eine Bewährungsstrafe.
 
 |  Hahslinger

„Er hat mich gepackt, mir die Arme auf den Rücken verdreht, mich gegen eine Mauer gedrückt und gewürgt!“, schilderte eine 27-jährige Bruckerin bei der Polizei brutale Szenen aus ihrem Eheleben. Immer wieder, und dies schon seit Monaten, sei ihr Gatte handgreiflich geworden, gab sie am 14. Mai dieses Jahres zu Protokoll.

Die Unterschrift der Bruckerin war noch nicht trocken, als sie wieder bei der Polizei auftauchte und zerknirscht eingestand: „Stimmt alles nicht.“ „Ich wollte ihm einen Denkzettel verpassen, weil er so viel trinkt“, erklärte sie vor Gericht, wo sich die Bruckerin wegen falscher Beweisaussage und Verleumdung verantworten musste. Sie habe sich nicht mehr anders zu helfen gewusst und beteuerte: „Es war eine Verzweiflungstat. Es tut mir sehr leid.“

„Das ist der falsche Weg, um Ihren Mann von der Flasche wegzubringen. Damit haben Sie sich nur selbst Probleme eingehandelt“, kommentierte Richter Manfred Hohenecker. Er verhängte über die bislang unbescholtene und reumütige Bruckerin eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten.