Petronell-Carnuntum

Erstellt am 14. Oktober 2016, 02:16

von Jutta Hahslinger

Einbruch: „Safe zu schwer“. Ungar lamentiert über Risiken und Härten des Einbrechens. Richterin zeigt sich unbeeindruckt und „entlohnt“ mit Gefängnisstrafe.

Das Gewicht des Tresors machte den Einbrechern zu schaffen (Symbolfoto).  |  privat

„Mit Ach und Krach haben wir den Safe in den Garten gezogen und geschleppt. Er war so schwer und wir mussten uns sehr anstrengen. Als wir ihn über den Zaun hieven wollten, kam der Tresor ins Rutschen und verletzte mich. Drei meiner Zähne waren kaputt und ich habe stark geblutet“, schildert der 44-jährige Ungar Attila N. vor Gericht.

Die Erinnerungen an den schweißtreibenden und blutig endenden Einbruch in ein Wohnhaus in Petronell lassen den Ungarn seufzen: Er weiß, dass ihn die hinterlassene Blutspur mit seiner DNS überführte und ein Leugnen sinnlos macht.

Er gesteht, will aber mit einem weiteren Einbruch in ein Wohnhaus in Petronell nichts zu tun haben und erntet damit einen harschen Richterinnen-Kommentar: „Sie wollen mir doch nicht weismachen, dass am gleichen Tag und nur einige Meter entfernt von ihrem Einbruchsobjekt noch eine andere Bande tätig war.“

„Da waren andere dort. Wir haben nur ein Haus gemacht. Ich habe doch so stark geblutet und es hat mir gereicht“, beteuert der Ungar.

„Unglaubwürdig“, befindet Richterin Lydia Rada und verhängt über den teilgeständigen Ungarn, der in unterschiedlicher Besetzung in einer kriminellen Vereinigung agierte, wegen Einbruchdiebstahls (Beute: Schmuck und Bargeld im Gesamtwert von 15.000 Euro) eine 15-monatige Gefängnisstrafe.