Hainburg a.d. Donau , Bruck an der Leitha , Wien

Erstellt am 17. Januar 2018, 01:00

von Jutta Hahslinger

Kinderzimmer als Drogen-Lager genutzt. Pensionist ließ sich frei Haus Drogen liefern und verkaufte mit Gefährtin im Raum Bruck und Wien geschätzte 54 Kilo Cannabisblüten.

Richter Manfred Hohenecker (kleines Bild) merkte kritisch an, wie einfach es heute sei, an Drogen zu kommen: „Es braucht keine Plantage mehr, einfach übers Internet bestellen und das Suchtgift kommt frei Haus!“  |  NÖN

Mit seinem monatlichen Einkommen von 1.200 Euro als Pensionist kam ein mehrfacher Familienvater (58) aus Hainburg nicht aus. Nicht besser erging es seiner Wiener Freundin, die mit rund 850 Euro Witwenpension und der Familienbeihilfe für drei Kinder finanziell auch nicht über die Runden kam.

Das Paar beschloss Ende des Jahres 2015, seine triste finanzielle Situation durch den Verkauf von Cannabiskraut aufzubessern. Der Pensionist suchte und fand auch schnell zwei Drogenlieferanten in Tschechien. Nach der ersten Kontaktaufnahme liefen die Suchtgiftbestellungen über Facebook Messenger und die Cannabisblüten wurden dann frei Haus geliefert.

Richter Manfred Hohenecker  |  Hahslinger

Dass sich eine neue Quelle im Raum Bruck und Wien aufgetan hat, sprach sich in der Szene schnell herum und der Pensionist fand bald mehrere Großabnehmer. Er spannte auch seine Gefährtin ein: Die 49-Jährige half beim Abpacken der Suchtmittel, und sie ließ es auch zu, dass der Pensionist in ihrer Wohnung im Kinderzimmer Drogen lagerte. Als das Dealerduo aufgeflogen war, wurden bei einer Durchsuchung der Wohnung noch sechs Kilogramm Suchtgift gefunden.

Das Duo zeigte sich vor Gericht geständig, lediglich bei der errechneten Gesamtmenge von über 50 Kilogramm versuchte es erfolglos, runterzuhandeln.

Der vorbestrafte Pensionist wurde von Richter Manfred Hohenecker wegen Suchtgifthandels zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Für die bislang unbescholtene Gefährtin setzte es zwei Jahre auf Bewährung. Nicht rechtskräftig.