Hainburg a.d. Donau

Erstellt am 20. August 2016, 09:20

von Jutta Hahslinger

Raub und Betrug aus Liebe zum Einkaufen. Geständnis und beteuerte Kaufsucht bringen Hainburger Bankräuberin und Sozialbetrügerin (27) mildes Urteil: 18 Monate Haft.

 |  APA (dpa)

„Ich habe eine Kaufsucht. Immer wenn es mir schlecht geht, unternehme ich Einkaufstouren, dann fühle ich mich gleich besser“, gesteht die arbeitslose Deutsche (27), die seit einigen Jahren in Hainburg lebt, unter Tränen vor Gericht. Sie habe aus Frust sinnloses Zeug gekauft, das sie gar nicht brauche, erzählt sie.

Als der Schuldenberg immer größer geworden sei, habe sie dann aus Verzweiflung am 21. Mai dieses Jahres die Volksbank in Hainburg überfallen. Ausgerüstet mit einer täuschend echt aussehenden Spielzeugpistole und einer aus Eiklar und Toilettenpapier fabrizierten Gesichtsmaske sei sie in die Bank marschiert und habe Geld gefordert.


27-Jährige hatte die Kasse selbst geplündert

Als der bedrohte Bankangestellte zur Salzsäule erstarrte, habe sie die Kasse selbst geplündert und sei mit 20.000 Euro geflüchtet, erzählt sie mit leiser Stimme. Es tue ihr leid, beteuert sie, und gesteht auch einen Sozialbetrug ein. Ihr damaliger Freund habe sie unter Druck gesetzt und in ihrer Geldnot habe sie dann einen Sozialhilfescheck der Bezirkshauptmannschaft Bruck von 200 Euro auf 300 verfälscht. Damit wäre sie sogar durchgekommen: Die plumpe Manipulation sei von der Bank nicht beanstandet worden, sagt sie.

Die geständige und bislang unbescholtene 27-Jährige wurde von dem Schöffensenat zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Nicht rechtskräftig.