Erstellt am 21. Oktober 2015, 19:37

von Otto Havelka

Heiratsschwindler und eine krumme Nase. Lustspiel | Die Theatergruppe Mannersdorf überrascht mit schauspielerischer Qualität und einer flotten Komödie.

Möchtegern-Schönheitschirurg Robert Meister (Johann Kopf) hat die Nase von Künstler Kuno von Kaineburg (Roland Eberle) verpfuscht.  |  NOEN, Havelka
Laientheater ist ein heikles Thema. Zum Großteil ergötzen sich daran Bekannte und Verwandte der Hobby-Schauspieler – und wehe dem, der auch nur sachte Kritik anbringt. Letzteres hat die Theatergruppe Mannersdorf mit ihrer Aufführung der Komödie „Jubel Trubel Eitelkeit“ nicht zu befürchten. Unter der Regie von Wolfgang Nowak liefert das Ensemble kurzweilige Unterhaltung im Stile der Kammerspiele ab.

Ein Heiratsschwindler, der sich in einer Schönheitsklinik ein neues Gesicht verpassen lässt, ein Schönheitschirurg, der keiner ist und Klinikchef werden will, eine übergewichtige Lotto-Millionärin, die sich ihr Fett absaugen lässt, eine silikon-betonte Adelige und eine Kriminalbeamtin als Schwester der Assistenzärztin sind die Vorgaben für ein durchwegs erheiterndes Lustspiel.

Mit Pointen wird nicht gespart, wenn sich die Patienten in der Schönheitsklinik unterhalten. Herlinde von Hohestein (Marlis Klettner) zur dicken Fleischhauerin Erna Schlögl (Riki Reichard): „Das ist keine Figur, das ist eine Massendemonstration“. Klinik-Mädchen für alles Karin Kehrer (Lilli Skrabl) auf die Frage einer Patientin, ob sie schon schöner geworden sei: „Kommt ganz drauf an, wie schlecht man sieht.“ Und die emanzipierte Kriminalbeamtin Astrid Sacher (Conny Bordian) findet, dass in jedem Mann etwas Gutes stecken kann – „zum Beispiel ein Küchenmesser“.

Dass sich die Turbulenzen in der Schönheitsklinik am Ende eher einfallslos auflösen, liegt mehr an der Autorin Winnie Abel als an den Schauspielern – und ist nach knapp zwei Stunden köstlicher Unterhaltung auch ziemlich egal.