Erstellt am 20. April 2016, 16:44

Hepatitis-C-Patient rastete aus: Polizisten verletzt. Zwei Beamte von randalierendem 45-Jährigen attackiert. Psychisch Verwirrter leidet zudem an Hepatitis C - wurden auch Polizisten infiziert?

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Wilde Szenen spielten sich Montagmittag in den Räumlichkeiten des Psychosozialen Dienstes Schwechat in der Wiener Straße ab. Mitarbeiter der Einrichtung verständigten die Exekutive, nachdem ein 45-jähriger, aus der Ukraine stammender Mann diese aufgesucht hatte, obwohl er eigentlich in der Psychiatrie in Baden aufhältig sein sollte. Bereits vor einigen Tagen war der Obdachlose zwangsweise dorthin gebracht worden.

Beamte attackiert und bespuckt

Beim Verlassen des Gebäudes begann der 45-Jährige plötzlich und völlig unerwartet mit seinen Händen wüst um sich zu schlagen und versetzte kurzerhand einem Exekutivbeamten einen Faustschlag ins Gesicht, einem weiteren verpasste er einen Fußtritt. Weil alle Versuche, den Mann zu beruhigen, kläglich scheiterten, wurde Verstärkung nachgefordert. Erst mit dieser gelang es, dem Mann Handfesseln anzulegen und zu fixieren. Doch auch dabei soll es nicht geblieben sein.

Weiters hat er laut Stadtpolizeikommando die einschreitenden Beamten mehrmals ins Gesicht bespuckt. Das ernst zu nehmende Problem dabei: Der 45-Jährige leidet an chronischer Hepatitis C. Die Beamten müssen nun acht Wochen mit der Ungewissheit leben, ob sie sich bei dem Einsatz infiziert haben oder nicht.

„Dann erst ist nämlich eine sichere Diagnosestellung mit möglicher Entwarnung möglich“, heißt es vonseiten der Polizei. Grundsätzlich wird Hepatitis C über infiziertes Blut übertragen. Zwei Beamte wurden übrigens so schwer verletzt, dass sie sich nun im Krankenstand befinden.

Amtsarzt ordnete Einweisung an

Ein Amtsarzt ordnete schließlich übrigens die Einweisung in eine Abteilung für Psychiatrie an und das Rote Kreuz brachte den tobenden Mann ins Badener Landesklinikum. Friedrich Köhl, leitender Staatsanwalt: „Ob der Beschuldigte wegen Verdachts der schweren Körperverletzung und Widerstandes gegen die Staatsgewalt belangt wird, das entscheidet dann der Richter, der sich wohl auf das Gutachten eines psychiatrischen Sachverständigen stützen wird.“ Nun sitzt er einmal in der Justizanstalt Korneuburg.