Erstellt am 06. Mai 2016, 14:17

von Christoph Dworak

"Hier hast du den ganzen Tag Sonne". Josef "Muff" Sopper, "Mr. Gasometer,szene und SimmCity", hat die Übersiedlung aus Wien nie bereut.

Josef "Muff" Sopper  |  NOEN, Privat

Er atmet Musik, er lebt Musik, er sorgt für Musik (unter anderem als Ex-Bassist von „Blind Petition“) – und er hat jede Menge Raum für Musik: Josef „Muff“ Sopper (58), Vater von vier Kindern, Josefine (4), Maximilian (11), Mischa (24) und Sascha (26), ist seit Jahrzehnten nicht aus der Musikszene wegzudenken.

1982 gründet Muff – der Spitzname stammt von „Big Muff“, einem Verzerrer-Effektgerät für E-Gitarre und E-Bass – den Verein TONAU, den Vorläufer zu VÖM („Vereinigte Österreichische Musikförderer)“; ebendort ist Sopper noch heute Geschäftsführer. Er organisiert Konzerte, gehört der Organisationsleitung des Wiener Donauinselfestes an und übernimmt 1989 das ehemalige Jugendzentrum in der Adalbert-Stifter-Straße in Wien-Brigittenau, das als „Wiener Rockhaus“ und später als „Planet Music“ von nationalen und internationalen Musikgrößen bespielt wurde.

2008 übersiedelt das „Planet“ in den Gasometer, auch die ((szene wien)) wird wiederbelebt. Dem nicht genug, macht Sopper 2015 das ehemalige „Show-Zentrum Simmering“ zur „SimmCity“ – mit über 18.000 organisierten Auftritten heimischer Bands gilt er als Musikförderer par excellence.

Privat hat es die Familie 2011 nach Hainburg verschlagen. „Ich wollte, dass meine Kinder in einem friedlichen Umfeld aufwachsen“, freut sich Sopper im NÖN-Gespräch besonders über die Nachbarschaft. Von Ruhe und Frieden sei man in der Döblinger Hauptstraße davor weit entfernt gewesen.

„Hier in Hainburg hast‘ den ganzen Tag die Sonne“, schwärmt Sopper. Die Gegend habe ihn schon während der Au-Besetzung anno 1984 fasziniert. „Ich bin mit meiner Band damals hier aufgetreten und habe sogar eine eigene Hymne auf die Au geschrieben“, erinnert er sich. Als Hainburger – die Familie Sopper hat das „Koch-Haus“ erstanden – bringt sich Muff auch aktiv ins Geschehen ein.

"Genieße die besten Weine der Region Carnuntum"

Unter anderem hat er zur Entwicklung des Mittelalterfestes beigetragen, gehört dem „Club der Freunde des SK Rapid“ an und schätzt das Kulinarische der Region: „Ich ernähre mich von Bioprodukten, die ich hier kaufe, und genieße die besten Weine der Region Carnuntum.“

Als Konzertveranstalter tritt Muff in Hainburg bis dato (noch) nicht in Erscheinung: „Ich bin mit den Locations in Wien sehr ausgelastet.“ In Hainburg genießt Sopper dafür jede freie Minute und tankt Kraft. Auch dann, wenn er einen Blick auf den „Goldenen Rathausmann“ wirft, den ihm Wiens Landtagspräsident Harry Kopietz im Vorjahr verliehen hat.