Erstellt am 21. März 2016, 12:34

von Theresa Puchegger

Höflein: „Kassenplatz fehlt“. Nachbesetzung der Arztpraxis erweist sich als schwierig. Trotzdem wurde in leer stehende Ordination investiert.

 |  NOEN, Symbolbild
Seit gut fünf Jahren steht die einzige Arztpraxis in der Gemeinde mittlerweile leer – und so schnell dürfte sich das wohl auch nicht wieder ändern. „Es scheitert momentan an der Kassenstelle. Wir haben wahrscheinlich erst wieder eine Chance, wenn ein Kassenplatz frei wird. Bis dahin können wir nur abwarten, ob sich etwas ergibt“, erklärte VP-Bürgermeister Otto Auer bei der vergangenen Gemeinderatssitzung.

Der Abgang von Gemeindearzt Erwin Schenzel, der die Höfleiner Ordination jahrelang parallel zu jener in Göttlesbrunn führte und vor rund fünf Jahren unerwartet bekannt gab, den Standort in Höflein zu schließen, schmerzt demnach immer noch. Schenzel stehe zwar für all jene, die keine Möglichkeit hätten nach Göttlesbrunn zu kommen, nach wie vor für Hausbesuche zur Verfügung, zu einer „Zweitordination in Höflein können wir ihn aber nicht zwingen“, so Auer.

„Es hat geheißen wir bekommen einen Doktor,
als wir die Praxis hergerichtet haben."

VP-Gemeinderat Helmut Weidlich kritisierte in diesem Zusammenhang, dass „eine Menge Geld“ in die Sanierung des Arzthauses gesteckt worden sei: „Es hat geheißen wir bekommen einen Doktor, als wir die Praxis hergerichtet haben. Haben wir nicht eigentlich da schon gewusst, dass wir keinen Kassenplatz bekommen?“ Die Investition in ein leer stehendes Gebäude, so Weidlich, sei für ihn daher kaum nachvollziehbar.

Auer sah das freilich anders: „Irgendwann wird sicher ein Arzt kommen. Dafür brauchen wir dann aber auch eine Ordination. Wenn einer kommen will, dann haben wir alles. Ohne Ordination kommt nie wieder einer. Wenn jemand sagt, dass er die Praxis übernehmen würde, ist es zu spät, um erst mit dem Bau zu beginnen“, erklärte er die Beweggründe für die Sanierung. Derselben Meinung war auch VP-Vizebürgermeister Franz Schodritz, der betonte: „Hätten wir die Praxis nicht revitalisiert, wäre sie in drei bis vier Jahren nicht mehr verwendbar gewesen.“