Hof am Leithaberge

Erstellt am 20. Juli 2016, 05:25

von Susanne Müller

FP-Pointinger geht nach nur halbem Jahr. Albert Wukoschitz, der erst im Dezember seine Funktionen zurückgelegt hatte, kehrt nun für die FP in den Gemeinderat zurück.

 |  NOEN, Havelka

Erst im Dezember hatte der Rücktritt von FP-Chef Albert Wukoschitz dazu geführt, dass Franz Pointinger im Gemeinderat dessen Funktionen übernommen hat. Pointinger hatte damit nicht nur den einen FP-Sessel im Gemeinderat und Gemeindevorstand „geerbt“, sondern auch die Rolle als Koalitionspartner der ÖVP.

In der Vorwoche, also nur gut ein halbes Jahr später, legte Pointinger nun alle Funktionen zurück. Auf NÖN-Anfragen dazu reagierte Pointinger nicht, sondern ließ stattdessen FP-Bezirkschef Werner Herbert für sich sprechen. Der betont, dass der Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen erfolgte. Pointinger, ehemals geschäftsführender Bezirksobmann der FPÖ, hatte vor drei Jahren einen Herzinfarkt.

„Er hat sich zwar so gut erholt, dass er im Vorjahr das Mandat in Hof übernommen hat. Nicht zuletzt der Stress durch die Gemeinderatsfunktion und in der Arbeit haben seinen Gesundheitszustand aber derart verschlechtert, dass er nicht mehr weitermachen konnte“, erklärt Herbert im Gespräch mit der NÖN.

„Er konnte einfach manche Dinge nicht mehr mittragen.“ György Slezak (Liste Slezak) sieht den Grund für Pointingers Rücktritt in „Gewissenskonflikten“

Als Nachfolger soll nun einmal mehr Albert Wukoschitz zurückkehren. Denn, auf der FP-Liste finden sich ansonsten nur Pointingers Gattin und Tochter. Beide hätten bereits abgesagt, so Herbert. „Wir werden schauen, dass wir bis zur Wahl ein neues, junges Team aufstellen“, so Herbert. Wukoschitz will bis dahin die Stellung halten.

„Ich wollte nicht, dass die Neuen in der nächsten Periode bei Null anfangen muss“, so Wukoschitz. In den Gemeindevorstand will der FP-Mann aber nicht zurückkehren. Der dortige Sitz fällt also an die ÖVP zurück, die ihn dem Vernehmen nach mit Horst Rambacher besetzen will.

Über die Hintergründe für die neuerliche Personalrochade der FP wird in Hof freilich lebhaft diskutiert. VP-Bürgermeister Hubert Germershausen sieht jedenfalls eine heftige Diskussion im Gemeindevorstand als Auslöser für Pointingers Rücktritt. Die Einwände der Opposition zum Protokoll seien laut Germershausen „unsinnig“ gewesen. „Irgendwann ist er aufgesprungen und hat gesagt, er hört sich den Blödsinn nicht mehr an und legt alles zurück“, so Germershausen. Die Situation sei für ihn „nicht unbedingt erfreulich“, aber: „Wir stehen weiterhin zu unserem Wort und zur Koalitionsvereinbarung.“

„Rauer Ton“ zwischen Koalition und Opposition

Auch in den Reihen der Opposition sieht man einen Zusammenhang zwischen Pointingers Rücktritt und besagter Vorstandssitzung. Allerdings seien nicht die Einwände ausschlaggebend gewesen, sondern viel mehr Pointingers „Gewissenskonflikte“, meint etwa György Slezak von der Liste Slezak, dass die Opposition „sicher nicht schuld“ gewesen sei an Pointingers Rücktritt. „Er konnte einfach manche Dinge nicht mehr mittragen“, ist Slezak überzeugt.

Und auch SP-Gemeindevorstand Sascha Ivanschitz vermutet, dass es „Situationen gab, in denen er einfach in der Zwickmühle war.“ Immerhin habe sich Pointinger oft der Stimme enthalten. Auf Nachfrage meint FP-Chef Werner Herbert dazu, dass es sicher einen „rauen Ton“ zwischen Koalition und Opposition in Hof gebe. „Das allein ist aber sicher kein Grund für einen Rücktritt“, so Herbert.