Erstellt am 12. Februar 2016, 05:58

von Otto Havelka

„Wir würden gerne in diesem Ort bleiben“. Viele Flüchtlinge haben bereits einen positiven Asylbescheid. Die NÖN besuchte sie beim Deutsch-Unterricht.

Reinhold Wessely (vorne, 2. v. l.) gibt den Flüchtlingen in Hof Deutschunterricht. Der wird aber nicht anerkannt.  |  NOEN, Foto: Havelka

Donnerstag, 16 Uhr: Gut ein Dutzend Flüchtlinge versammelt sich im Haus Föhrenweg 6 zum Deutschunterricht. Vier bis fünf Mal pro Woche büffeln sie hier die Sprache ihres neuen „Heimatlandes“. Deutsch zu verstehen geht schon sehr gut, erklären sie unisono, das richtige Sprechen sei schwieriger. Speziell die Grammatik und die Artikel machen noch Schwierigkeiten. Dennoch: Vor allem die Schulkinder sprechen schon fast fließend Deutsch.

„Lehrer“ Reinhold Wessely, Initiator der Initiative „Willkommen am Leithaberg – wir helfen“ hat indes andere Sorgen. Via Internet sucht er „dringend Kleinwohnungen in Hof und Umgebung“. Denn nachdem etliche Flüchtlinge bereits einen positiven Asylbescheid bekommen haben, müssen sie binnen vier Monaten aus dem Quartier der SLC (ein Unternehmen der Eder Beteiligungsverwaltungs GmbH, das Wohnraum für Asylwerber anmietet) ausziehen.

Verein versucht mit Spenden zu helfen

Schon Anfang April heißt es für die nächsten Flüchtlinge in Hof: Koffer packen. Mit dem positiven Asylbescheid sind sie de facto österreichischen Staatsbürgern gleichgestellt und haben damit auch Anspruch auf die Mindestsicherung. Voraussetzung dafür ist aber, dass sie eine Wohnung haben und einen zertifizierten Sprachkurs absolvieren.

Für die Hofer Flüchtlinge ist beides problematisch. „Wir wurden hier so freundlich aufgenommen und würden gerne hierbleiben“, sagt die ausgebildete Lehrerin Ebtissam Doko. Das Problem bei der Wohnungssuche sei aber „oft die geforderte Kaution“, weiß Wessely. Hier versucht der Verein, mit Spenden zu helfen.

Fast noch schwieriger ist das Thema „Deutschkurs“. Denn der privat initiierte Deutschunterricht in Hof wird nicht anerkannt. Die nächsten zertifizierten Deutschkurse (120 Stunden) gibt es in Wien oder Mödling, und die sind heillos überlaufen. Nun soll laut Wessely über den Verein Römerland-Carnuntum bis März ein zertifizierter Deutschkurs in Mannersdorf eingerichtet werden.