Erstellt am 02. Dezember 2015, 05:03

von Adalbert Mraz

Hruschka kehrt dem Kurort den Rücken zu. Der geschäftsführende Gemeinderat Andreas Hruschka verlässt das Team Altenburg und kandidiert nun für die FPÖ.

Andreas Hruschka kehrt zu seinen politischen Wurzeln zurück: Er verlässt den Kurort und tritt in Engelhartstetten für die FPÖ an.  |  NOEN

Andreas Hruschka war nahezu sechs Jahre im Gemeinderat vertreten und zuletzt als geschäftsführender Gemeinderat für die Themen Kinderspielplätze und Friedhof zuständig. Bereits in der vorigen Periode war er im Team Altenburg von Ernest Windholz aktiv. Nun hat er mit Wirksamkeit vom 30. November 2015 überraschend seinen Rücktritt erklärt, weil er mit der politischen Situation im Kurort seit dem Wirken der Vierer-Koalition höchst unzufrieden sei.

"Wechsel" nach Groißenbrunn

Er verlässt nicht nur die politische Bühne des Kurortes, sondern auch die Gemeinde. Er verlegt seinen Hauptwohnsitz nach Groißenbrunn und wird dort auch politisch tätig sein. Hruschka dazu: „Groißenbrunn ist der Heimatort meiner Mutter und ich habe dort meinen Nebenwohnsitz. Vor etwa einem Monat hat es sich ergeben, dass mich die FPÖ-Bezirksgruppe Gänserndorf ersucht hat, für die Großgemeinde Engelhartstetten (Anmerkung der Redaktion: dazu gehören Loimersdorf, Stopfenreuth, Groißenbrunn, Schlosshof und Markthof) bei der kommenden Gemeinderatswahl im Jänner 2016 für die FPÖ zu kandidieren. Diesem Ersuchen bin ich nachgekommen“, so Hruschka, der früher ja auch schon im Kurort für die FPÖ politisch tätig war. Auf das persönliche Verhältnis zu Windholz habe die Entscheidung keinen Einfluss.

In Engelhartstetten muss ein Jahr nach den letzten Gemeinderatswahlen wieder gewählt werden, weil nach einer Pattstellung im Gemeinderat und dem Auszug der SPÖ die notwendigen Mehrheitsverhältnisse für Entscheidungen nicht mehr gegeben sind.

Keine Auswirkung auf "Team Altenburg"

Der geschäftsführende Gemeinderat Ernest Windholz vom Team Altenburg zum Rückzug: „Wir haben uns mit Andreas Hruschka einvernehmlich getrennt.“ Arbeitsmäßig habe dies auf das Team Altenburg überhaupt keine Auswirkungen. „Petra Mokry wird in den Gemeinderat nachrücken. Über die Nachbesetzung der Funktion des geschäftsführenden Gemeinderats werden wir in unserem Gremium abstimmen. Vorschlagen werde ich Alexander Skoda“, so Windholz, der betont, dass dem Team Altenburg ohnehin im Frühjahr eine Umstrukturierung bevorsteht: „Abgesehen von den jetzigen Veränderungen haben wir ohnehin vor, uns im Frühjahr neu aufzustellen.“


„Wir haben auch mit ihm, wie mit allen anderen Personen, immer eine gute Zusammenarbeit gesucht und ihm auch angeboten, die wurde aber leider nicht anerkannt. Für unsere weitere Arbeit in der Koalition ist der Rücktritt jedoch ohne Belang.“
SP-Bürgermeister Hans Wallowitsch

„Hruschka war schon bei den vergangenen Sitzungen nicht anwesend und es haben sich Gerüchte über ein Ausscheiden schön früher aufgetan. Wir haben die Kooperation angeboten, die wurde aber nicht angenommen. Er scheint jetzt einen anderen Weg für seine politischen Ambitionen gefunden zu haben.“
VP-Vizebürgermeister Franz Pennauer

„Auf unsere Gruppierung sowie auf unsere Anliegen hat das keinen Einfluss und auch keine Auswirkungen auf die Koalition. Hruschka wollte unbedingt Neuwahlen, das ist aber daneben gegangen. Unabhängig von der politischen Zugehörigkeit ist es grundsätzlich schade, wenn junge, engagierte Leute unsere Gemeinde verlassen.“
Gemeinderat Hermann Terscinar von „Wir Altenburger“

„Wir nehmen seine Entscheidung zur Kenntnis. Zu seinen weiteren politischen Plänen kann ich nichts sagen. Meines Wissens ist er derzeit kein Mitglied der FPÖ.“
FP-Gemeinderat Markus Keprt


Im Gespräch mit Andreas Hruschka

NÖN: Warum haben Sie sich aus dem Gemeinderat zurückgezogen?
Andreas Hruschka: Mit der aktuellen Gemeindepolitik kann ich mich nicht mehr identifizieren, weil ich nicht beeinflussen kann, wie die Gemeinde geführt wird. Wir sind für Bad Deutsch Altenburg angetreten, um sinnbringende Politik zu betreiben und das ist so nicht möglich. Ich halte die demokratiepolitische Situation für höchst bedenklich, denn die stimmenstärkste Gruppierung musste in die Opposition gehen und darf nur zusehen, wie eine Vierer-Koalition regiert.

Eine Beeinflussung in Ihrem Sinne sowie Ihrer Partei halten Sie jetzt nicht für möglich?
So wie es aussieht sind wir als Oppositionspartei fünf Jahre in der Minderheit und daher ohne Chance auf Gestaltung nach unseren Ideen. Wir hatten den größten Wahlerfolg und das Verhalten der Fraktionen bei den Koalitionsgesprächen zwang uns in die jetzige Rolle. Die verkehrte Wahrnehmung tut mir in der Seele weh.