Erstellt am 12. Oktober 2015, 10:40

von Otto Havelka

Innovativer Galerist: Ziel ist ein Museum. Vor wenigen Monaten wurde in Scharndorf eine schmucke Galerie eröffnet. Der Besitzer träumt von einem eigenen Museum.

Galerie Noricum: 120 Quadratmeter Ausstellungsraum. Auch ein Flügel hat in dem lockeren Ambiente noch Platz.  |  NOEN, Havelka

Jürgen Helmut Lukas ist Handelsvertreter einer ungarischen Baufirma und Repräsentant des international tätigen Unternehmens „Antek Green Energy“ in Österreich. Vor eineinhalb Jahren ließ sich der gebürtige Regelsbrunner mit seiner Familie in Scharndorf nieder, baute an der Ortsgrenze einen weißen Kubus hin und sorgte damit für Irritation im Ort.

Das Erdgeschoss sollte ein Ausstellungsraum für Hausbau-Utensilien wie zum Beispiel Dachziegel werden. Doch dann sorgte die Tante von Lukas‘ Frau, Elisabeth Vrabel, für einen „stilistischen“ Umbruch. Die in Ungarn geschätzte Malerin stellte in Onkels Haus aus, und Neffe Lukas befand, eine Bildergalerie würde sich hier besser machen als ein Schauraum für Dachziegel. Seither stellt er 120 m im Erdgeschoss seines Hauses für permanente Ausstellungen zur Verfügung. Jeden ersten Freitag im Monat wird ein neuer Künstler präsentiert.

Stilistisch gibt es keine Einschränkungen: Gefällige Landschaftsmaler sind ebenso vertreten wie Avantgardisten.

„Früher bin ich einmal pro Wochen nach Wien ins Museum gefahren“, lächelt Lukas, „jetzt hab ich die Bilder im Haus. Mein Ziel ist ein eigenes Museum.“ Lukas verlangt als Gegenleistung für die Ausstellungsfläche samt Vernissage ein Bild des jeweiligen Künstlers. Ob alle Bilder in der Noricum Galerie museumsreif sind, lässt sich hinterfragen, aber das war auch schon bei der mittlerweile teuren „Sammlung Essl“ der Fall. Jürgen Helmut Lukas hat längst andere Visionen: Er kann sich auch vorstellen, eine „eigene Theaterbühne“ zu installieren.

Im Bild: Gyöngyi Vida und Jürgen Helmut Lukas mit ihren beiden Kindern vor der neuen »Galerie Noricum«.