Erstellt am 23. Dezember 2015, 05:53

von Gerald Burggraf

"Kalter Berg": Neuer Anlauf für umstrittenes Projekt. EAVG hat Unterlagen beim Land eingereicht. Dabei handelt es sich um ein volumen-reduziertes Vorhaben.

Vor rund eineinhalb Jahren präsentierten die EAVG-Chefs Peter Chlan und Reinhard Höchtl Pläne für die Deponie. Nun wurden neue Pläne eingereicht.  |  NOEN, Burggraf, EAVG

Das Wort "Deponie" stellt vielen Enzersdorfern noch heute die Nackenhaare auf. Auch 15 Jahre nachdem das Sondermüll-Projekt abgewendet werden konnte, ist die Verunsicherung in der Bevölkerung noch groß. Denn das Grundstück gehört nach wie vor der Enzersdorfer Abfallverwertungsgesellschaft (EAVG).

Ende 2012 wurden die Nutzungspläne reaktiviert, allerdings in abgeschwächter Form als Deponie für Bodenaushub, Baurestmassen und Reststoffe. Innerhalb kürzester Zeit keimte wieder Widerstand auf. Die EAVG reichte dennoch bei der Abteilung „Umweltrecht“ der NÖ Landesregierung ein.

Bürgerinitiative "Kalter Berg"

Im Sommer 2014 kam es zur öffentlichen Auflage inklusive sofortiger Einwanderklärungen von Gemeinde und der im Eiltempo ins Leben gerufenen Bürgerinitiative (BI) „Kalter Berg“. Seitdem ist es aber ruhig um das Projekt geworden.

Doch vor wenigen Tagen flatterte der Gemeinde ein Brief der Landesregierung ins Haus. Darin wurden VP-Bürgermeister Markus Plöchl und seine Gemeinderatskollegen darüber informiert, dass die EAVG das Deponieprojekt in einer kleineren Variante erneut eingereicht hat. Zudem sei das ursprüngliche Projekt gar nicht genehmigungsfähig gewesen. Nach den neuen Unterlagen (diese liegen der NÖN vor) verringern sich vor allem die Kubaturen für Reststoffe und Bodenaushub, jene der Baurestmassen verfünffachen sich jedoch von ursprünglichen 335.000 m auf rund 1,7 Millionen m³.

Keine Änderungen am Projekt

Am Projekt selbst ändert sich dadurch aber nichts. Während die EAVG bis Redaktionsschluss zu keiner Stellungnahme bereit war, will die Gemeinde wachsam bleiben. „Wir als Gemeinde weichen von unserer gemeinsamen Linie nicht ab und werden in den nächsten Wochen die weitere notwendige Vorgehensweise besprechen“, betonen Ortschef Plöchl und SP-Umweltgemeinderat Michael Grill übereinstimmend.

Man habe die Sachlage bereits an den Gemeindeanwalt weitergeleitet, um die Unterlagen zu prüfen. An eine grundsätzliche Verkleinerung des Projekts glauben Plöchl und Grill nicht: „Der kleinere Umfang ergibt sich lediglich aus einer Reduktion der Nutzungsdauer auf 20 Jahre.“