Erstellt am 10. Februar 2016, 05:38

von Otto Havelka

Kaum Interesse am Brucker Kulturpreis. Für den Kulturpreis 2015 gibt es nur zwei Bewerbungen. Es mangelt an Attraktivität und Information.

SP-Kulturstadtrat Gerhard Weil sucht nach Lösungen für den Kulturpreis. Kulturpreis-Gewinner 2014, Gerald Straus: »Die Anerkennung der Stadt ist mir wichtig.«  |  NOEN, -NÖN
Nachdem der Fasching zu Ende ist, kann sich Kulturstadtrat Gerhard Weil nun wieder weniger lustigen Themen widmen – zum Beispiel dem Brucker Kulturpreis. Der passt thematisch gut in die Fastenzeit. Denn für die drei zu vergebenden Preise gibt es bis dato nur zwei Bewerbungen.

Schon vor zwei Jahren war das Interesse ähnlich dürftig, weshalb die Ausschreibungsmodalitäten geändert wurden. Es müssen nicht mehr Projekte zu einem vorgegebenen Thema eingereicht werden, sondern jedermann kann sich mit kulturellen Aktivitäten des vergangenen Jahres mit Bezug zu Bruck bewerben.

Kulturpreis nur noch alle zwei Jahre?

Sorgten die lockeren Kriterien 2014 noch für eine „Bewerberflut“ von einem knappen Dutzend Einreichungen, so ist der Kulturpreis 2015 wieder in einen Dornröschenschlaf zurückgefallen. SP-Kulturstadtrat Weil überlegt Lösungen: Möglich, dass die Einreichfrist „nochmals bis 25. Februar verlängert wird“. Denkbar sei auch, dass der Kulturpreis nur noch alle zwei Jahre vergeben werde. Auch der Kulturbeirat (in dem alle Brucker Kulturvereine vertreten sind) soll befragt werden.

Dort sind die Meinungen gespalten. Die beiden Bewerber 2015, Wolfgang Stinauer (Bluesfriends) und „Brucker Bühne“-Obmann Christian Vymetal, sehen den Kulturpreis als „Imagewert“. Andere, wie etwa „Ensemble 83“-Gründer Thomas Mayer, halten ihn für „nicht besonders attraktiv“. Auch der mehrfache Wechsel der Kriterien sei irritierend.



Die Dotation sei kein entscheidender Anreiz für eine Bewerbung, sondern „höchstens ein positiver Nebeneffekt“, sagt Vymetal. 2014 standen für den Kulturpreis knapp 3.000 Euro aus der Sparkassen-Stiftung zur Verfügung. Gerald Straus, Inhaber der Bar Taro, durfte sich als Sieger über einen Scheck von 1.300 Euro freuen. Das Geld hat er karitativen Organisationen gespendet. „Wichtig war für mich die Anerkennung durch die Stadt“, so Straus.