Bruck an der Leitha

Erstellt am 12. Oktober 2016, 02:10

von Susanne Müller

Keine Anmeldungen für die Kinderkrippe. Gemeinde hat eine zweite Krippe eingerichtet. All jene, die Bedarf angemeldet hatten, schreckte jedoch der Preis ab.

Die Mobikis sind für die Krippe eingerichtet.  |  Müller

Der Bedarf an Betreuungsplätzen für Kleinkinder sei groß. Konkret hätten vorab Eltern von 12 Kindern angegeben, einen solchen zu benötigen. Daher habe man sich entschlossen, rasch zu handeln und eine zweite Kleinkinder-Krippe aus dem Boden zu stampfen, hieß es vor einigen Wochen vonseiten der Gemeinde.

Die Mobikis vor dem Kindergarten in der Höfleiner Straße wurden nun dafür adaptiert, nachdem im September ein einstimmiger Beschluss im Gemeinderat gefallen war. Betrieben werden soll die Krippe von „Kidspoint“, derselben Einrichtung, die auch die erste Kleinkinder-Betreuung in der Schlossgasse durchführt.

Keine einzige Anmeldung

Nun ist die Krippe fertig. Allein Anmeldungen gibt es plötzlich keine. „Es ist kein Einziger übrig geblieben. Alle haben gesagt, es ist ihnen zu teuer“, weiß SP-Vizebürgermeister Gerhard Weil auch, woran die tatsächliche Anmeldung letztendlich scheiterte. Dabei, so findet Weil, seien die Kosten im Rahmen. „Von 7 bis 13 Uhr kostet die Betreuung 160 Euro“, so Weil. Bis 16 Uhr betragen die Kosten knapp unter 300 Euro, jeweils ohne Essen.

Für Grün-Gemeinderat Roman Kral war dies schon bei der Beschlussfassung im Gemeinderat ein Grund, eine Förderung an die Kinderbetreuung zu koppeln. „Es trifft genau das ein, was ich schon in der Sitzung gesagt habe.

Dringend benötigt - jedoch nicht leistbar

Diejenigen, die die Kinderbetreuung am meisten brauchen, sind die nicht so Betuchten“, so Kral, der kritisiert, dass die Umsetzung schlecht vorbereitet gewesen sei. „Die Krippe ist eine wichtige Sache, aber es müssen Förderungen als Begleitinstrument her. Dass sich so viele das Angebot offenbar nicht leisten können, hängt auch damit zusammen, dass gerade Frauen oft in schlechter bezahlten Jobs arbeiten müssen“, ist Kral überzeugt.

Für Weil gilt dieses Argument jedoch nicht: „In sozialen Härtefällen unterstützen wir ohnehin. Hier handelte es sich aber nicht um soziale Härtefälle“, so Weil, der mit der Krippe jedenfalls im Jänner starten will. Fertig eingerichtet sei alles und bei Bedarf könne man binnen kurzer Zeit den Betrieb starten. „Wir stehen sozusagen Gewehr bei Fuß“, so Weil.

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