Erstellt am 02. Dezember 2015, 05:03

von Susanne Müller

Energie-Einsatz an falscher Stelle. Susanne Müller über die Aufregung in Bruckneudorf um Pläne für ein Asyl-Quartier.

Seit das Verteidigungsministerium in der Vorwoche in einer Aussendung verkündete, dass 80 Wohncontainer für Flüchtlinge am Truppenübungsplatz aufgestellt werden sollen, herrscht in Bruckneudorf der Ausnahmezustand. Die Gemeindeführung setzt alle Hebel in Bewegung, um ein derartiges „Massenlager“ zu verhindern – immer unter der Devise: „Helfen ja, Massenlager nein.“

Offiziell bestätigt wurde die Zahl der geplanten Container vom Innenministerium bislang nicht. Pläne für ein Großquartier wurden aber auch nicht dementiert.

Ein Massenlager ist freilich keineswegs erstrebenswert, am allerwenigsten für die Flüchtlinge. Nur steht eben der Winter vor der Tür, die Zeit drängt also, wenn man die Flüchtlinge nicht bei Eis und Schnee im Freien übernachten lassen will. Hätte Bruckneudorf (und viele andere Gemeinden) für die Unterbringung von Asylwerbern in kleinen Gruppen genau so viel Energie aufgewendet, wie es das nun gegen das Containerdorf tut, dann wären jetzt derartige Großquartiere überhaupt nicht mehr nötig.