Erstellt am 19. Juli 2017, 02:39

von Susanne Müller

Jeder Nachfolger hat es schwer. Susanne Müller über den überraschenden Rücktritt von Bergs Ortschef Georg Hartl.

Die Gemeinderats-Wahlen 1996 waren der letzte Scheidungsakt für die frisch getrennten Gemeinden Berg und Wolfsthal. In beiden Orten brachten sie der SPÖ einen haushohen Sieg. Seit damals ist Georg Hartl Bürgermeister in Berg und er hat der kleinen Gemeinde am östlichsten Zipfel des Landes in den vergangenen 20 Jahren seinen Stempel aufgedrückt. Behutsam, aber weltoffen sorgte er dafür, dass Berg zum „Grinzing von Bratislava“ wurde, wie er es vielfach als Ziel postulierte. Während die SPÖ vielerorts, so auch in Wolfsthal, zwischenzeitlich ihre Mehrheiten schrumpfen sah, kam in Berg offenbar nie der Wunsch nach einem anderen Bürgermeister auf. Hier wurde auch zuletzt die absolute Mehrheit weiter ausgebaut.

Auch über die Gemeindegrenzen hinaus ist Hartl als konsensorientierter Politiker, der mit Herz und Hausverstand agiert, geschätzt. Dass er angesichts einer schweren Krankheit nun der Politik den Rücken kehrt, ist menschlich nur allzu verständlich. Für Berg und für die SPÖ ist es ein schwerer Schlag. Jeder Nachfolger wird es schwer haben, diese Fußstapfen zu füllen.