Erstellt am 09. Dezember 2015, 07:14

von Otto Havelka

"Kunst als Schlüssel, Grenzen zu sprengen". Bei einem hochkarätigen Abend wurde über Fremdenfeindlichkeit und "Der Fremde in mir" diskutiert.

 |  NOEN, Otto Havelka

Am Dienstag, den 1. Dezember kamen rund 200 Besucher in die Kulturfabrik, um sich in einer prominent besetzten Runde mit dem Thema „Fremdenfeindlichkeit“ auseinanderzusetzen.

Theologe und Psychotherapeut Arnold Mettnitzer verwies auf ein christliches „lebenserhaltendes Prinzip: Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu.“ Angst verweise immer auf Probleme, die man selbst habe. Daher sei der beste Weg, Angst zu beseitigen, sich ihr zu stellen.

Mit großer Spannung wurde der Auftritt des Schauspielers Harald Krassnitzer erwartet, der sich nicht nur selbst bei der jüngsten „Flüchtlingswelle“, sondern auch ausgiebig für die afrikanische Hilfsorganisation AMREF engagiert.

Es war nicht alles bequem, was der Tatort-Kommissar zu sagen hatte. Krassnitzer warnte auf Basis persönlicher Erlebnisse und historischer Dokumente vor einer Fremdenfeindlichkeit gegenüber sogenannten „Wirtschaftsflüchtlingen“. Armut sei immer auch eine Triebfeder für Flucht.

VP-Landeshauptmann Erwin Pröll untermauerte Krassnitzers Ansage, indem er der aktuellen Entwicklungshilfe kein gutes Zeugnis ausstellte: „Es kommt mir so vor, als würde sie nur der Beruhigung des schlechten Gewissens dienen.“ „Wie würden wir reagieren, wären wir Flüchtlinge im Irak? – Fremd und allein, ohne die Sprache und Bräuche zu verstehen“, lud Pröll ein, den Menschen offen zu begegnen. „Denn letztlich ticken wir alle gleich!“

Stimmige Zwischentöne lieferte Timna Brauer mit dem Elias Meiri Ensemble. Unter dem Titel „Songs from Jerusalem“ brachte das Trio Musik aus jener Stadt, in der sich Christen, Moslems und Juden tagtäglich über den Weg laufen – leider oft nicht konfliktfrei.

„Was dich am anderen stört, zeigt, wo dein größtes Problem ist“, sagt Psychotherapeut Mettnitzer.