Erstellt am 20. Januar 2016, 05:13

von Nicole Frisch

Grünschnittplatz darf nicht genutzt werden. Der Grünschnittplatz entsprach weder den Auflagen, noch war er behördlich genehmigt. Eine Lösung wird nun gesucht.

Der Grünschnittplatz entspricht nicht den Anforderungen und musste gesperrt werden.  |  NOEN, Foto: Garherr

2014 startete die Stadtgemeinde den Versuch, den Grünschnittplatz aus dem Sammelzentrum auszulagern und somit jederzeit zugänglich zu machen. Behördlich genehmigt war dies nicht. Nach einer Überprüfung durch das Land NÖ musste der Platz nun geschlossen werden. „Der Platz wurde gesperrt, weil keine Genehmigung vorlag“, wird aus der zuständigen Abteilung der Landesregierung auf NÖN-Anfrage bestätigt.

Bis zur Sperre sei die Aktion allerdings gut angenommen worden, so SP-Bürgermeister Gerhard David (siehe dazu auch Seite 6). „Es wurde aber übertrieben“, hält David fest, „es wurden große Mengen abgelagert.“ Daher liege die Vermutung nahe, dass es sich dabei nicht um Privatpersonen, sondern um Landwirte oder Gewerbetreibende gehandelt habe. Ob diese Personen Mannersdorfer waren oder nicht, kann David allerdings nicht sagen.

LIM-Obmann Johann Kopf zeigt sich dennoch empört. In der letzten Ausgabe der NÖN (KW 02) hatte David schließlich gesagt, der Grünschnittplatz wäre von Landwirten missbraucht worden. „Es klingt so, als würde er den Landwirten die Schuld geben, dass der Grünschnittplatz gesperrt wurde“, betont Kopf, „es ist für einen Bürgermeister unwürdig, einen Sündenbock zu suchen.“ David hingegen dementiert, den Landwirten jemals die Schuld für die Sperre gegeben zu haben.

„Es ist schade, dass die Aktion wegen ein paar
schwarzer Schafe eingestellt werden musste.“
SP-Bürgermeister Gerhard David

Bereits bei der Eröffnung des Grünschnittplatzes habe man gewusst, dass dieser nicht betrieben werden darf. „Im Stadtrat wurde es aber beschlossen“, unterstreicht Kopf. Er und LIM-Umweltstadtrat Roland Mayer stimmten damals dagegen. Die SP-Stadträte haben die LIM jedoch überstimmt. Daraufhin war der Grünschnittplatz für etwa ein dreiviertel Jahr geöffnet – weitere Beschwerden gab es bis zur Überprüfung durch das Land keine mehr.

Grundsätzlich habe die LIM diese Aktion für gut befunden. „Es hätten aber die nötigen Voraussetzungen geschaffen werden müssen“, meint Kopf. David kann diese Argumentation nicht ganz nachvollziehen. „Das ist ein Widerspruch. Auf ihrer Homepage schreiben sie, dass die Aktion illegal war, aber gleichzeitig finden sie es schade, dass es sie jetzt nicht mehr gibt“, so David.

Verwundert zeigt sich Kopf hingegen darüber, dass VP-Vize Rudolf Ackerl als Vertreter der Wirtschaftspartei zulasse, dass der Bürgermeister „auf Landwirte und Geschäftstreibende hinhaut“. „Ich habe persönlich nicht gehört, wie er das gesagt hat. Ich sehe das daher nicht so dramatisch“, äußert sich Ackerl.