Erstellt am 26. April 2017, 01:15

von Gerald Burggraf

Biogas: Kampf um Zukunft. Betreiber fordern zehn Millionen Euro Fördergelder pro Jahr vom Bund. Im Wirtschaftsministerium bietet man fünf Millionen Euro.

Fordern eine Sicherstellung für den Fortbetrieb der Biogasanlagen: Gerhard Danzinger und Bernadette Mauthner (beide Biogasanlage Bruck) sowie Katharina, Konstantin und Stefan Lengel (Kompostwerk Schwadorf), Gemeinderat Hans Wannasek, Bürgermeister Markus Plöchl (beide VP), Alexander Lengel (Biogasanlage Markgrafneusiedl), Margarethens Biogasanlagen-Chef Fritz Schwarz, FP-Vize Werner Herbert, Raimund Holcik (GABL) und Biogasanlagen-Geschäftsführer Lukas Wannasek.  |  Gerald Burggraf

Erneuerbare Energie ist die Zukunft, allerdings hängen die passenden Rahmenbedingungen dafür derzeit im Parlament fest. Betreiber von Windkraftanlagen oder aus der Biogasbranche fordern eine schnelle und richtige Umsetzung der kleinen Ökostromgesetzesnovelle. Darin würden nicht zuletzt Fördermittel freigegeben, die das Überleben der Energieanbieter sichern.

Doch die Beschlussfassung im Hohen Haus lässt auf sich warten. Aus dem Wirtschaftsministerium heißt es auf Anfrage der NÖN, dass derzeit Verhandlungen der Regierungsparteien SPÖ und ÖVP mit den Grünen für die notwendige Zweidrittelmehrheit laufen würden. Man sei optimistisch, dass es in den kommenden Wochen eine Einigung geben werde.

Bereits am Freitag machten die Biogasanlagenbetreiber aus Margarethen und Bruck sowie artverwandte Betriebe wie das Kompostwerk Lengel in Schwadorf darauf aufmerksam, dass es 5 vor 12 sei. Aus diesem Anlass sammelte man Unterschriften der Bürgermeister, die auf die Notwendigkeit einer Lösung pochen. Neben Bruck oder Höflein setzte auch Enzersdorfs VP-Ortschef Markus Plöchl seine Signatur auf die Liste.

„Wir brauchen zumindest 10 Millionen Euro pro Jahr“Fritz Schwarz und Lukas Wannasek

„Ich würde mir wünschen, dass die politischen Vertreter hier genau den gleichen Enthusiasmus an den Tag legen, wie wenn es um die dritte Piste am Flughafen geht“, merkt er leicht sarkastisch an.

In der Biogasbranche ist jedoch nicht nur die Beschlussfassung der kleinen Ökostromgesetzesnovelle unabdingbar, auch der Inhalt entspricht noch nicht der Vorstellung. So sind vom Ministerium derzeit fünf Millionen Euro pro Jahr vorgesehen, die den Nachfolgestromtarif deutlich über den am Boden liegenden Marktpreis heben. Mit dem Marktpreis von 2,5 Cent pro kWh wären nicht einmal die Wartungskosten gedeckt, betont man. In der Branche ist die 5-Millionen-Förderung jedoch zu wenig.

„Wir brauchen zumindest 10 Millionen Euro pro Jahr“, erläutern die Margarethner EVM-Chefs Fritz Schwarz und Lukas Wannasek. Ansonsten stünden alle 300 Biogasanlagen in Österreich vor dem Aus, malt man ein Horror-Szenario an die Wand.

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