Erstellt am 26. Februar 2016, 05:59

von Josef Rittler

Mehr Lohn für Koch. Junger Koch erhielt keinen Feiertagszuschlag, bis Arbeiterkammer einschritt. Leider ist ein Teil des Anspruchs verfallen.

AK-Präsident Markus Wieser, Dr. Helga Schaber (AK-Juristin) und AK-Bezirksstellenleiter Christian Bauer.  |  NOEN, Foto: Scheichel

In der Bezirksstelle in Gänserndorf präsentierte der Hainburger AK-Bezirksstellenleiter die Jahresbilanz der AK Hainburg. „Wieder einmal zeigte sich, dass die Verfallsfristen für Lohnansprüche im Gastgewerbe viel zu kurz sind“, berichtete Bauer. „Ein junger Koch hatte durch Zufall von einem Freund gehört, dass es für Arbeit an Feiertagen einen Zuschlag gibt. Das hat ihn stutzig gemacht, denn in seinen Lohnabrechnungen fand sich nie ein Feiertagszuschlag.“

Im Gastgewerbe ist es durchaus üblich, auch an den Wochenenden und Feiertagen zu arbeiten. Der Sonntag zählt sogar als „normaler“ Arbeitstag. „Nicht aber Feiertage, oder wenn Feiertage auf einen Sonntag fallen, dann ist ein Zuschlag fällig“, so der AK-Arbeitsrechtsexperte Bauer. Für vier Monate mit einigen Feiertagen konnten die Zuschläge auch nachgefordert werden. Christian Bauer: „Bei einer Beschäftigungsdauer von zwei Jahren kann man sich gut vorstellen, wie oft der junge Facharbeiter um die Zuschläge umgefallen ist.“

Leider seien der AK durch die Bestimmungen enge Grenzen gezogen: Alles was länger als vier Monate zurückliegt, ist nach diesem Kollektivvertrag verfallen. Der Dienstnehmer hat den Schaden.

Jahresbilanz 2015

• Arbeits- und sozialrechtliche Beratungstätigkeit:
Persönliche Beratungen: 627
Telefonische und schriftliche Beratungen: 1.572
Interventionen beim Dienstgeber: 98 Fälle
Kostenloser Rechtsschutz: 12 Fälle
•  2015 forderte die AK Hainburg für 98 Arbeitnehmer ausstehende Löhne und Gehälter in Höhe von 393.103 Euro ein.
•  Außergerichtlich eingebracht wurden 123.465 Euro.
•  Gerichtlich eingebracht wurden 60.933 Euro an ausständigen Löhnen und Gehältern.
•  Nach Insolvenzen eingefordert: 208.705 Euro für 56 Dienstnehmer aus zwölf insolventen Betrieben.