Erstellt am 10. November 2015, 06:37

von Susanne Müller

Müll als Spezialgebiet. Die Firma Jüly entsorgt seit 60 Jahren das, was andere wegwerfen. Anstelle einer Feier wird für die Flüchtlingshilfe gespendet.

Firmenchefin Gabriele Jüly bei einem der LKW aus dem Fuhrpark des Entsorgungsbetriebs, der heuer sein 65-jähriges Bestehen feiert.  |  NOEN, Müller

Sie ist wohl eine der bekanntesten Firmen Brucks: Die Entsorgungsfirma Jüly beschäftigt sich in erster Linie mit den Dingen, die andere wegwerfen – und das seit 60 Jahren und mittlerweile im ganz großen Stil.

Gefeiert wird mit guten Taten, die Firma spendet nämlich anstelle eines großen Jubiläumsfests 3.000 Euro für die Flüchtlingshilfe. „Wir sind einer der ältesten Entsorgungsbetriebe in Österreich“, so die Firmenchefin Gabriele Jüly. Angefangen hat alles mit der Entleerung von Senkgruben, als der Betrieb 1965 von Margarethe Jüly gegründet wurde. Im Einsatz war dabei ein Traktor mit einem Fass-Anhänger in Bruck und Umgebung. „Sonst gab es damals nicht viel zu entsorgen.

Die klassische Müllentsorgung ist erst 35 Jahre später entstanden“, so Jüly. Immerhin ist auch die Mülltrennung erst seit rund 25 Jahren etabliert. Der erste LKW wurde also erst viele Jahre später angeschafft. Irgendwann kam dann die erste sogenannte Kanal-Kombi dazu. „Wir waren viele Jahre auf Kanalreinigung und Senkgruben spezialisiert“, so Jüly.

Punkten mit "hochqualitativem Angebot"

Erst vor 23 Jahren kam die Biomüll-Entsorgung dazu und vor knapp 20 Jahren der Container- und Muldendienst, die WC-Vermietung und die Evententsorgung. Heute sind rund 1.000 Mobil-Toiletten der Firma Jüly in ganz Österreich im Einsatz. Der Betrieb zählt rund 40 Mitarbeiter und hat einen Fuhrpark von 22 LKW. Bei zahlreichen Großevents läuft die gesamte Entsorgung über die Firma Jüly, dazu zählen die Philharmoniker-Konzerte in Schönbrunn ebenso wie die Starnächte in der Wachau, Schiweltcups oder Popkonzerte. „Wir versuchen, mit einem hochqualitativen Angebot zu punkten, auch wenn das in der Entsorgungsbranche schwer zu verkaufen ist“, so Jüly.

Die Firma war dementsprechend auch einer der ersten Entsorgungsbetriebe, die alle Qualitätszertifikate vorweisen konnte. „Das kostet zwar viel Zeit und Geld, aber es lohnt sich. Bei den großen internationalen Industriekunden ist das ohnehin schon ein Vergabe-Kriterium“, so Jüly, die zuletzt auch die Konzessionsprüfungen für Gütertransporte, sowie für Gebäude-, Denkmal- und Fassadenreinigung absolviert und damit das Spektrum des Betriebs einmal mehr erweitert hat.