Erstellt am 27. Januar 2016, 05:53

von Susanne Müller

„Müssen Ressourcen strategisch einsetzen“. Die Zahl der Jobsuchenden wird 2016 weiter steigen. Personal und Budget-Mittel des AMS jedoch nicht im gleichen Ausmaß.

Herbert Leidenfrost: Herausforderungen werden immer größer.  |  NOEN, Foto: AMS

Im Brucker Arbeitsmarktservice sieht man dem neuen Jahr mit gemischten Gefühlen entgegen. Mit einer Entspannung des Arbeitsmarkts ist nämlich nicht zu rechnen.
„Die Ressourcen des AMS werden mit den Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt allerdings nicht im selben Umfang mitwachsen“, weiß AMS-Leiter Herbert Leidenfrost. Will heißen, die Belegschaft der Brucker AMS-Stelle wird auch weiterhin nur 17 Köpfe zählen.

Und auch wenn die Fördermittel mit 1,1 Millionen Euro einen neuen Spitzenwert erreichen, so ist die Realität gleichzeitig die, dass „mehr Jobsuchende betreut werden als je zuvor“, so Leidenfrost. Die aktuelle Situation erfordere von den AMS-Beratern daher „mehr denn je viel Augenmaß, Fingerspitzengefühl und Lösungsorientierung. Wir werden sowohl unseren Personal-, als auch den Fördermitteleinsatz auf die Akquisition offener Stellen und die Vermittlung Jobsuchender konzentrieren“, so Leidenfrost.

Prioritäten beim Einsatz von Budget-Mitteln

Man werde nicht darum herumkommen, Prioritäten zu setzen. „Es wird daher vorkommen, dass wir durchaus berechtigte Anliegen, die an uns herangetragen werden, nicht oder nur bedingt umsetzen können“, spricht Leidenfrost Klartext. Mageres Wirtschaftswachstum bedeute, dass es auch wenige neue Jobs geben werde, vor allem bei einfachen Tätigkeiten.

„Damit steigt der Druck auf Personen mit geringen Qualifikationen“, so Leidenfrost. Dementsprechend werde man das Kursangebot beim AMS ausrichten. „Wir haben bereits in den letzten Jahren das Bildungsangebot an persönlichkeitsbildenden Kursen zugunsten von fachlichen Qualifizierungen deutlich zurückgefahren“, so Leidenfrost. Konkret werde man 2016 vor allem Lehrabschlüsse und Frauen in Handwerk und Technik unterstützen.

Darüber hinaus wird das AMS 2016 vor allem in die Lohnkostenförderung investieren, um Betrieben einen Anreiz zu bieten, Langzeitarbeitslosen eine Chance zu geben. Und, wenngleich dies derzeit noch kein großes Thema sei, werde das AMS im Bezirk auch Deutsch-Kurse für Asylberechtigte anbieten. „Bildung ist auch hier der Schlüssel zur Vermittlung“, betont Leidenfrost.

Die Ziele für 2016

Das AMS Bruck hat für sich für 2016 folgende Ziele definiert:
• 1.000 freie Stellen und Lehrstellen sollen mit passenden Arbeitskräften besetzt werden.
• Mindestens 170 freie Stellen mit mindestens 1.900 Euro Bruttogehalt sollen akquiriert werden.
• Mindestens 307 jobsuchende Frauen und 454 Männer, die älter als 45 sind, sollen mit Hilfe des AMS wieder ins Berufsleben einsteigen können.
•  Nicht mehr als 37 junge Menschen sollen länger als ein halbes Jahr ohne Job oder Ausbildung bleiben.
• Nachhaltige Arbeitsmarkt-Integration von mindestens 90 Langzeitarbeitslosen.
• Hochwertige Qualifizierungsangebote sollen Frauen den Wiedereinstieg ins Arbeitsleben nach der Babypause erleichtern.