Erstellt am 22. Juni 2016, 12:25

von Josef Rittler

Natur vor der Haustür. Jubiläumsjahr: Der Nationalpark Donauauen setzt regionale und internationale Maßstäbe.

Vor allem Kinder und Jugendliche können im Nationalpark viel über die heimische Natur lernen.  |  NOEN, Mertin

Nach dem Aus für das Donaukraftwerk bei Hainburg wurde mehr als zehn Jahre später am Nationalfeiertag des Jahres 1996 die Donau-Auen unterhalb Wiens zum Nationalpark erklärt.

Der besondere Schutz sicherte das Überleben von seltenen Amphibien und Reptilienarten wie Wechselkröte oder die Sumpfschildkröte. Die freifließende Donau mit ihren stillen Nebengewässern und den Auwäldern ist heute Lebensraum für zahlreiche Fische und Insekten aber auch streng geschützte Vogel- und Säugetierarten.

Der Nationalpark Donauauen bietet aber nicht nur Tieren und Pflanzen ein Refugium, sondern den Bewohnern der Region gewissermaßen ein Stück „Natur vor der Haustür“. Zahlreiche Besucher schätzen das Angebot des Nationalparks wie etwa die geführten Wanderungen oder Bootstouren.

Für die Kinder werden besondere Camps angeboten, wo die jungen Teilnehmer nicht nur die Natur erforschen, sondern an manchen Terminen auch ihr Englisch auffrischen können.

Intensiv ist die Zusammenarbeit mit den Schulen der Region. Neben den Müllsammelaktionen führt der Nationalpark im Rahmen der Umweltbildungsarbeit seit mehreren Jahren mit der NMS Hainburg Projekte durch, unterstützt von Stadtgemeinde sowie der Sparkassen-Privatstiftung Hainburg.

So sind im Zuge der Auseinandersetzung der Schüler mit dem runden Jubiläum künstlerische Arbeiten entstanden, die in dieser Woche auf dem Hainburger Schlossberg vorgestellt werden.

In Haslau/Donau wiederum war am Wochenende eine österreichisch-kasachische Jugendgruppe unterwegs, um gemeinsam mit dem Fotografen Jeremy Barton auf einer „Fotosafari“ die Natur zu erkunden. „Wir wollten der Jugend vermitteln, die Aubesetzung war ein Erfolg, niemand soll resignieren oder denken, Naturschutz hat ohnehin keinen Sinn“, erläutert Thomas Wanker von der „Österreichisch-Kasachischen Gesellschaft“.

Der Nationalpark hat nämlich internationale Maßstäbe gesetzt. 2007 startete daher der Prozess zur Gründung eines Netzwerks der Donau-Schutzgebiete. Im Rahmen von zwei vom EU-Programm „ETZ-Südosteuropa“ geförderten Projekten wurde die Zusammenarbeit aufgenommen.

„Vor zehn Jahren kamen viele Verantwortlichen von anderen Schutzgebieten an der Donau, um vom Nationalpark Donauauen zu lernen. Man hat gesehen, hier sind schon Erfolge da“, berichtet Nationalpark-Direktor Carl Manzano.

Seit 2009 bestehe mit Schutzgebieten von Bayern bis Rumänien eine fruchtbare Partnerschaft, die ihren Ausdruck im 2014 gegründeten Verein „Danubeparks“ findet, der seinen Sitz im Nationalparkzentrum in Orth hat. Ziele der Zusammenarbeit sind die Verbesserung des Naturraum-Managements durch Wissenstaustausch, die Entwicklung gemeinsamer Schutzkonzepte und die Stärkung der internationalen politischen Stimme der Schutzgebiete. Weiters sollen beispielhafte Pilotprojekte gemeinsam ins Werk gesetzt werden.

Der Nationalpark bekommt im Jubiläumsjahr auch einen Fernsehauftritt. Vom ORF Landesstudio NÖ wurde eine Folge „Erlebnis Österreich“ in der Au gedreht. Das Team verbrachte vier Drehtage in der Region und besuchte Standorte in Eckartsau, Orth, Stopfenreuth, Hainburg und Haslau. Die Sendung wird österreichweit am Sonntag, 25. September, um 16.35 Uhr in ORF 2 ausgestrahlt.