Erstellt am 21. Oktober 2015, 05:32

Neuer Fahrplan verärgert die Pendler. Sowohl an Ostbahn als auch entlang der S7 wird bereits Kritik laut. ÖBB erklären: Änderungen bringen mehr Effizienz.

 |  NOEN, ÖBB

Der neue ÖBB-Fahrplan tritt zwar erst mit 15. Dezember in Kraft, bei den Pendlern regt sich allerdings bereits der Unmut. Eva Laa etwa pendelt täglich von Trautmannsdorf nach Wien und ist von den Neuerungen „schockiert“. Zum einen seien etliche Züge gestrichen worden. „Die größte Frechheit ist wohl, dass die meisten Züge nicht mehr nach Meidling durchfahren. Das war ja das eigentliche „Zuckerl“, mit dem sie (die ÖBB; Anm.) für den neuen Hauptbahnhof geworben haben.

Nebenbei war das so praktisch, weil man dadurch gleich die Anbindung an die U6 hatte“, ärgert sich Laa. Sie hat sich deshalb auch schon an den ÖBB-Kundenservice gewandt. In dessen Antwort wurde einerseits auf die Vollinbetriebnahme des Wiener Hauptbahnhofs verwiesen. Um Synergien bestmöglich nutzen zu können, sei es erforderlich, „alle Streckenfahrpläne an die neuen Gegebenheiten anzupassen“.

„Umstieg in die U6 möglich“

Andererseits seien laut ÖBB die „Bestellerorganisationen“, sprich in diesem Fall die Gemeinden, dafür verantwortlich, die Anliegen der Pendler in die Fahrplan-Verhandlungen mit den ÖBB einzubringen. Dafür dürfte der Zug allerdings bereits abgefahren sein. VP-Bürgermeister Heinz-Christian Berthold: „Es gibt Gespräche zwischen uns und der ÖBB. Wir werden zu den Konferenzen eingeladen und deponieren dort die Wünsche der Bevölkerung. Die Kommunikation ist zwar gut, es ist aber schwierig, in den Stoßzeiten etwas am Fahrplan zu verändern.“ Und Eva Laas Anfrage sei etwa ohnehin erst nach Abschluss der Verhandlungen eingegangen.

ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif betont, dass die stündlich nach Wiener Neustadt verkehrenden Schnellbahn-Züge von Bruck aus auch nach Wien Meidling fahren. „Somit ist der Umstieg in die U6 möglich“, so Seif. Einzige Ausnahme sei die S-Bahn ab Bruck um 5:30. Hier fahre der nachfolgende Zug nach Wiener Neustadt. Umsteigezeit wäre am Hauptbahnhof zwei Minuten. „Hier wird noch geprüft, ob das bahnsteiggleich möglich ist“, so Seif. Ein Umstieg wäre aber auch in der Grillgasse möglich.

„Eine Zusicherung, dass die Züge so bleiben, wurde
meines Wissens nie gegeben.“
ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif

„Schnellbahn-Züge wurden nicht gestrichen. Die verkehren in der Hauptverkehrszeit weiterhin im fast exakten Halbstundentakt“, betont Seif. Die Verstärkerzüge enden allerdings am Hauptbahnhof. Es sei aber immer klargemacht worden, dass mit der Vollinbetriebnahme des Hauptbahnhofs noch einmal Änderungen eintreten würden. „Eine Zusicherung, dass die Züge so bleiben, wurde meines Wissens nie gegeben“, so Seif. Der künftige Fahrplan sei jedenfalls effizienter. Und, so betont Seif: „Natürlich ist die Fahrplangestaltung wie immer in Abstimmung mit den Bestellern und unter Berücksichtigung von deren Wünschen erfolgt.“

Auch an der S7 gibt es bereits Beschwerden. Hainburgs Vizebürgermeister Helmut Schmid (VP): „Mit dem Fahrplanwechsel kommt es auf der S7 zu massiven Verschlechterungen für Schüler auf dem Weg nach Schwechat und Wien. Der Zug, der um 6.32 Uhr in Wolfsthal abfährt, hat dann keinen Halt bei der Station Ungartor und beim Personenbahnhof mehr. Dies bedeutet einen zusätzlichen Fußmarsch von bis zu 30 Minuten und mehr. Wir sprechen hier von Kindern ab 10 Jahren.“

Die ÖBB verweist hier auf einen noch unvollständigen Fahrplan: „Leider sind im Scotty (dem Internetfahrplan der ÖBB) die Fahrplandaten nicht alle korrekt angeführt. Der angesprochene Zug hält in Hainburg bei der Haltestelle Ungartor. Der Personenbahnhof kann, da der Zug mit zwei Triebwagen geführt wird, auf Grund der zu kurzen Bahnsteiglänge nicht bedient werden“, erklärt Seif.

Haslau wäre ebenfalls von einer Änderung betroffen gewesen. Besorgte Eltern hatten sich an Bürgermeister Jürgen Preselmaier (VP) gewandt. Dieser gibt Entwarnung: „Nach mehreren Telefonaten, Mails und Urgenzen habe ich die Bestätigung erhalten, dass der wichtigste Zug für unsere Schüler kurz vor 7 Uhr auch künftig in Haslau halten wird. Immerhin steigen täglich etwa 50 Schüler und rund 30 Erwachsene in Haslau in diesen Zug.“