Erstellt am 13. Januar 2016, 05:38

von Gerald Burggraf

Tomaten a la Enzersdorf. Modernste Technik sichert ganzjährig Paradeiser aus Österreich.

VP-Bürgermeister Markus Plöchl mit Firmenchef Christian Zeiler.  |  NOEN, Gerald Burggraf

Von 0 bis 18 Uhr können sich die rund 150.000 Tomaten-Pflanzen am Licht im neuen, rund 78.000 m2 großen Gewächshaus laben. Im Sommer werden dazu einfach die Dachflächen geöffnet, in der kalten Jahreszeit muss ausschließlich die Beleuchtung herhalten. Sechs Stunden darf das Gemüse dann ruhen, erläutert Christian Zeiler, Chef der gleichnamigen Firma mit Sitz in Münchendorf (Bez. Mödling).

„Wenn es dunkel wird, schotten wir das Gewächshaus ab. Wir können zu 99 Prozent abschirmen“, erklärt er nur eine der zahlreichen hochtechnologisierten Maßnahmen. Der Betrieb befindet sich übrigens auf Enzersdorfer Ortsgebiet und nicht, wie aufgrund der Nähe naheliegend, in Margarethen. Die Einfahrtsstraße, der Gemüseweg, ist dabei die Grenze.

Technik ist im Glashaus das A und O. Und dennoch läuft der Betrieb unter dem Schlagwort „Nachhaltigkeit“, wie Zeiler betont. Ohne technische Spitzfindigkeit wäre die ganzjährige Tomatenproduktion nicht denkbar. „Das ist aber ein Kundenwunsch am Lebensmittelsektor“, weiß der Firmenchef.

100 Tonnen Tomaten pro Woche

Daher gibt es im Gewächshaus etwa eine Entfeuchtungsanlage, die dafür sorgt, dass feuchte Luft nach außen getragen – dabei entsteht der weiße, reine Wasserdampf – und trockene Luft zurückgepumpt wird. Gesteuert wird auch die Temperatur, die im Durchschnitt 20 Grad beträgt, das Klima oder der CO2-Gehalt. „Ich traue mich zu sagen, dass wir das modernste Gewächshaus in Europa betreiben“, unterstreicht Zeiler.

Seit Mitte Dezember wird dort geerntet, im Normalbetrieb rund 100 Tonnen Tomaten pro Woche. Doch auch in einem so modernen Umfeld ist nicht alles mit Technik machbar. „Die Arbeit an der Pflanze ist Handarbeit“, so Zeiler. Auch bei der Pflege sind die Mitarbeiter, insgesamt sind es 80 Angestellte, gefordert. Händisch werden zudem die natürlichen Schädlingsbekämpfer auf die Pflanzen gesetzt, alles erfolgt zu 100 Prozent biologisch. Natürlich erfolgt auch die Bestäubung, dafür schwirren mehrere hundert Hummeln durch das Glashaus.