Erstellt am 01. Februar 2016, 12:10

von Jutta Hahslinger

Packte Offizier kecken Rekruten am Hals?. Unteroffizier leugnet, sich einen frechen Wehrmann zur Brust genommen zu haben. Richter ordnet Lokalaugenschein in Kaserne an.

 |  NOEN, Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)

Ein verbales Unwetter ging in der Kaserne Wallenstein auf einige Soldaten nieder, als sie dem Befehl eines Unteroffiziers (42) mit der Herbeischaffung einer unbrauchbaren, kaputten Leiter nachgekommen waren.

Das Donnerwetter hörte auch ein Rekrut (19). Da am nächsten Tag seine Abrüstung bevorstand, riskierte der 19-Jährige eine dicke Lippe und gab einen despektierlichen Kommentar ab.

Der Unteroffizier bewies gutes Hörvermögen und stellte den Rekruten zur Rede. So weit sind sich alle Beteiligten einig. Über den weiteren Verlauf des Geschehens gehen die Versionen auseinander: Der Vorgesetzte habe ihm den Telefonhörer aus der Hand gerissen, ihn am Hals gepackt, gewürgt und gedroht, ihn zu schlagen, behauptet der Rekrut.

Davon könne keine Rede sein, beteuert der Unteroffizier vor Gericht seine Unschuld: „Ich habe ihn weder gewürgt noch bedroht.“

x  |  NOEN, Hahslinger

Da es nun Aussage gegen Aussage stand, erhoffte sich Richter Manfred Hohenecker (Bild oben) erhellende Antworten von zwei Zeugen.

Die wollen zwar einen lautstarken Dialog zwischen Rekrut und Unteroffizier gehört, aber keine Würgeattacke gesehen haben. „Wir spähten durch eine Schwingtür in die Küche und haben nur gesehen, dass der Unteroffizier auf den Rekruten zuging, ihn gegen eine Abwasch drückte und die Hände ausgestreckt hatte. Ob er ihn gewürgt hat, konnten wir nicht sehen.“

Daraufhin will sich der Richter an Ort und Stelle ein Bild machen und ordnete einen Lokalaugenschein an.