Erstellt am 01. Juni 2016, 04:25

von Gerald Burggraf

Stadtchefin bringt Hallengarage ins Spiel. ÖBB schwebte Parkdeck als Lösung vor, aber nur mit Finanzspritze der Stadtgemeinde. Die sagte: "Nein".

Die Multiversum-Garage könnte eine mögliche Lösung für die prekäre Parkplatzsituation beim Bahnhof sein. Allerdings steht eine Umsetzung noch in den Sternen.  |  NOEN, Burggraf

Die Park Ride-Anlage beim Bahnhof ist untertags beinahe ununterbrochen voll. Und das bereits vor 8 Uhr, wie ein Schwechater die NÖN-Redaktion informiert. Daher parken die Pkw-Lenker ihre Fahrzeuge auch illegal am Gehsteig oder in den Grünflächen.

Seit Kurzem soll nun wieder vermehrt aktiv gestraft werden. Parken am Gehweg kostet immerhin 50 Euro, auf dem Rasen sogar 70 Euro. Viele Schwechater Pendler empfinden das aber als Unverfrorenheit, müsste das Angebot doch längst ausgeweitet werden. „Unsere Amtshandlungen sind nicht böswillig“, hält Otto Limbeck, Postenkommandant in der Wiener Straße fest. Die Polizei sei nicht die Lösung, sondern bekämpfe nur die Folgen der Parkplatznot. „Wenn wir durchgehend kontrollieren, könnten wir bis zu 50 Strafmandate ausstellen“, glaubt er.

Keine Provisorien wegen mangelnder Flächen

Dass es an der Parkraumbewirtschaftung beim Bahnhof krankt, weiß man auch bei der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB). „Ursprünglich war in Schwechat ein Parkdeck im Bereich der bestehenden P&R-Anlage geplant. Hierzu gab es bereits ein Erstgespräch mit Land NÖ und Gemeinde“, berichtet ÖBB-Sprecher Christopher Seif.

Doch nach dieser Besprechung habe die Kommune festgehalten, sich nicht finanziell zu beteiligen. „Daher ist eine Umsetzung nicht in Sicht. In Schwechat gibt es leider auch keine zur Verfügung stehenden Freiflächen und somit keine Möglichkeit Provisorien zu errichten“, so Seif. Man versuche, die Situation mit den Park & Ride-Anlagen in Bruck oder Fischamend zu entschärfen.

Schwechat ist aufgrund der Grenze zur Kernzone 100 ein gerne angefahrener Abstellplatz, auch aus dem Umland. Doch genau aus diesem Grund lehnt die Stadt eine Erweiterung per Parkdeck ab. Bürgermeisterin Karin Baier (SP) hält diese Idee zwar für einen „ehrgeizigen Plan“, macht sich aber im Fall einer Realisierung Sorgen um die Schwechater. „Eine Erweiterung im Herzen der Stadt heißt nicht unbedingt mehr Platz nur für Schwechat“, erläutert sie. Man baue aber sicher nicht für das Umland aus, denn dieses beteilige sich ja auch nicht an den Kosten.

Für Baier könnte eine mögliche Alternative die Nutzung der Garage im benachbarten Multiversum sein. Allerdings gebe es hier noch viele offene Fragen – allen voran technischer Natur. Es stellt sich vor allem die Frage, wie das System ab 18 Uhr von Pendler- auf Normaltarife umstellt.