Bruck an der Leitha , Schwechat

Erstellt am 02. August 2016, 09:19

von Susanne Müller

Arbeitsmarkt: „Lage ist nicht rosig“. Entwicklung wird beim AMS Bruck und Schwechat mit Besorgnis beobachtet.

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Die erste Jahreshälfte ist vorbei: Beim Arbeitsmarktservice in Bruck und Schwechat zeigt die Bilanz über das erste Halbjahr, dass von einer Entspannung der Lage noch lange keine Rede sein kann.

Im Monatsschnitt waren 1.667 Personen, ein Plus von 60, im Brucker Bezirk arbeitslos. Besonders betroffen sind einmal mehr die durchschnittlich 571 (+71) über 50-Jährigen, die auf Arbeitssuche sind. Mit 198 Personen waren auch viele Junge, also unter 25-Jährige, arbeitslos. Positiv sei aber zu vermerken, dass 216 Jugendliche den Berufseinstieg geschafft haben. „Mit 1.438 vorgemerkten Arbeitsuchenden endete das erste Halbjahr 2016. Ein abgeschwächter Anstieg, der auf höchstem Niveau anhielt“, so Brucks AMS-Leiter Herbert Leidenfrost.

„Positiv ist dennoch, dass Bruck etwas weniger Zuwächse als umliegende Bezirke hat“, so Leidenfrost. Gute Nachrichten gebe es vom Stellenmarkt. Mit 174 Jobs bleibe das Niveau hoch. „Wir werben weiterhin um mehr Stellenangebote, um damit den Betroffenen passende Beschäftigungen vermitteln zu können“, meint der AMS-Leiter.


Gabriele Fälbl, Leiterin des AMS-Schwechat, glaubt nicht an baldige Beruhigung der Lage.
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Dauer der Jobsuche steigt weiter an

Wenig erfreulich ist hingegen, dass die Dauer der Arbeitslosigkeit steigt. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen liegt im Brucker Bezirk im Monatsschnitt bei 319. Das seien zwar um 50 mehr als im Vorjahr, es fanden aber auch 51 Personen wieder dauerhaft ins Erwerbsleben zurück. Ein „kleiner Lichtblick auf eine etwas bessere Zukunft“ sei auch die Zahl der neuen Arbeitslosen.

Mit 1.853 Personen meldeten sich um 60 weniger als im Vorjahr arbeitslos. Zeitgleich fanden 2.672 Personen wieder einen Job. „Die Vormerkdauer steigt dennoch auf 222 (+29) Tage, weil mehr Personen länger auf Arbeitssuche sind“, relativiert Leidenfrost. Das AMS Bruck versucht mit mehrmonatigen Förderzuschüssen der Lohn- und Lohnnebenkosten zu unterstützen und zusätzlich neue Stellenangebote an Land zu ziehen. 846 waren es im ersten Halbjahr.

Auch in Schwechat sieht die „Lage nicht rosig“ aus, wie AMS-Leiterin Gabriele Fälbl zusammenfasst. Man habe sie aber „im Griff“. Mit einer Arbeitslosenquote von 8,4 Prozent liege Schwechat zur Jahresmitte etwas über dem Landes-Durchschnitt. „Die Zahl der unselbständig Beschäftigten in Schwechat steigt stetig an“, verweist Fälbl auf ein Plus von 2,2 Prozent – der höchste Wert in Niederösterreich. „Zugleich flacht sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit ab“, erklärt Fälbl.


Herbert Leidenfrost, Leiter des AMS-Bruck: „Werben um jede freie Stelle.“
 
 |  NOEN, AMS

Prognose ernüchternd

Bei den arbeitsmarktpolitischen Vorhaben für das heurige Jahr liege das AMS Schwechat in nahezu allen Bereichen auf Zielkurs. So haben trotz schwieriger Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt bis einschließlich Ende Juni dieses Jahres rund 1.500 Jobsuchende den Wiedereinstieg ins Berufsleben geschafft. „Das sind um 46 Personen bzw. 3,1 Prozent mehr als im ersten Halbjahr des Vorjahres“, so Fälbl, die darauf verweist, dass 244 Jobsuchende der 50 Plus-Generation wieder ins Erwerbsleben gefunden haben.

Auch in Schwechat sei im ersten Halbjahr erfreulicher Weise die Jugendarbeitslosigkeit auf durchschnittlich 248 Jobsuchende zurückgegangen.

Und auch in Schwechat habe man viel Energie in die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen gesteckt: 114 Jobsuchende fanden eine dauerhafte Stelle. „Der Durchschnittsbestand an Langzeitarbeitslosen lag bei 654 Personen“, so Fälbl, die besonders stolz ist, dass auch die AMS-Mitarbeiter im Kampf um freie Stellen erfolgreich waren: „In Summe waren es 2.238 Jobs.“

Die Prognose der AMS-Experten fällt dennoch ernüchternd aus: Die leicht belebte Konjunktur werde für einen Abbau der Arbeitslosigkeit wohl nicht ausreichen.