Erstellt am 23. März 2016, 05:04

von Raimund Novak und Gerald Burggraf

Aufatmen: Das Hallenbad ist gerettet. Mit Enzersdorf hat nun auch die letzte Gemeinde die Rettung der Schwadorfer Freizeiteinrichtung abgesegnet. Sanierungskosten: 2,2 Millionen Euro.

Die Kosten der Hallenbad- , Turnsaal- und Vorplatzsanierung bereiten den vier Schulgemeinden große Sorgenfalten.  |  NOEN, Foto: Novak
Die ersten Schritte für eine erfolgreiche Hallenbadrettung wurden gesetzt: Nach Schwadorf, Kleinneusiedl und Rauchenwarth, hat nun auch Enzersdorf den Grundsatzbeschluss zur finanziellen Beteiligung an der Sanierung beschlossen. Mit Einsparungen beim Schulhof konnten die Gesamtkosten um rund 400.000 Euro gedrückt werden – so ist etwa für den Vorplatz, der derzeit gepflastert und stark beschädigt ist, nun eine billigere Reparaturvariante mit wenig Beton vorgesehen.

Insgesamt 2,2 Millionen Euro betragen die geplanten Projektkosten, 1,6 Millionen sind der Anteil der Schulgemeinden. Die verbleibenden 600.000 Euro muss Schwadorf als Standortgemeinde aufbringen. Die größten Brocken machen dabei das Hallenbadgebäude (492.000 Euro), der Turnsaal (632.000 Euro), das Schwimmbecken (672.000 Euro) und der Schulhof (162.000 Euro) aus. Neben dem Standortanteil trägt Schwadorf auch ein Drittel der Schulgemeindekosten, da 80 der insgesamt 232 Schüler hier beheimatet sind.

 Gemeinden müssen mehr bezahlen

Je nach Anzahl der Schüler übernehmen die anderen Ortschaften Enzersdorf (53), Kleinneusiedl (20) und Rauchenwarth (22) den Restbetrag. Mit der Hallenbad-Sanierung müssen die Gemeinden rund 350 Euro pro Kind und Jahr mehr bezahlen. Zumindest nach heutigen Wissensstand und ohne Einberechnung etwaiger Förderungen. Derzeit überweist Enzersdorf zum Beispiel 2.900 Euro pro Kopf und Jahr an die Schulgemeinde, wie VP-Bürgermeister Markus Plöchl vorrechnet.

Aus seiner Sicht ist die zusätzliche finanzielle Belastung „schmerzlich, aber notwendig“. Das Hallenbad sei zudem eine Einrichtung, in der viel Herzblut steckt. „Wir stehen hinter dem Projekt. Jetzt kommt es darauf an, welche Förderungen wir erhalten werden“, meint Rauchenwarths VP-Ortschef Ernst Schüller, der wie Kleinneusiedls SP-Bürgermeister Leopold Winkler, den Weg zur Komplettsanierung bereits im Gemeinderat beschlossen hat.

Schulausschuss muss Projekt genehmigen

EMS-Direktorin Gerlinde Stadler betonte bereits im Vorfeld der Sanierungs-Gespräche, wie wichtig, der Erhalt des Hallenbades ist: „Es war für die Europaschule 40 Jahre lang der zweite Turnsaal. Beide Sportstätten waren bisher voll ausgelastet.“

Der Weg bis zu den ersten Sanierungsarbeiten ist jedoch noch ein langer. „Wenn wir Ende des Jahres anfangen könnten, wäre das schon ein super Erfolg“, rechnet Schwadorfs SP-Ortschef Jürgen Maschl mit einer langwierigen Vorbereitungsphase. Zunächst muss der zuständige Schulausschuss das Projekt genehmigen. Dies soll in der nächsten Sitzung Anfang April erfolgen. In weiterer Folge wird ein Architekt beauftragt, Gespräche mit Landesregierung geführt, Lokalaugenscheine fixiert, Fördersitzungen abgehalten und die Arbeiten ausgeschrieben und aufgeteilt.

Noch nicht geklärt ist übrigens was mit der Sauna passiert, die im oberen Stockwerk des Hallenbades untergebracht ist. „Wir wissen noch nicht, wie es damit weitergeht“, erläutert Maschl. Auf finanzielle Hilfe von den Nachbarn kann Schwadorf hier nicht zählen: Die Sauna ist eine rein gemeindeeigene Einrichtung.

Details zum Hallenbad

• Es wurde in den 70er Jahren gebaut und wurde von Schwimmvereinen und Firmen gebucht; das Einzugsgebiet erstreckt sich über 30km – Gäste kamen unter anderem aus Reisenberg oder Hainburg

• Aufgrund des desolaten Zustandes des Beckens kam eine vorübergehende Reparatur des Hallenbades nicht in Frage; die Problemzonen: Das Becken ist undicht, die Eisenarmierung ist trotz Betonverkleidung total verrostet, die Pumpen sind veraltet und die Fliesen sind kaputt.

• Am 1. Februar musste aufgrund fehlender Gäste die kleine Gaststätte „Mani‘s Buffet“ schließen.