Erstellt am 04. März 2016, 10:44

von Josef Rittler

Region Hainburg: Schutzplan für Adler. 188 Seeadler wurden in Österreich gesichtet, 33 davon in den Donau-Auen. Nationalpark plant grenzübergreifenden Schutz.

Zahlreiche Vogelkundler machten in der Region (im Bild die Donau bei Hainburg) und in ganz Österreich beim Zählen der Seeadler mit. Fünf Brutpaare leben mittlerweile im Nationalpark Donau-Auen.  |  NOEN, Dorn

Die Ergebnisse der Seeadler-Zählung vom Jänner liegen vor: Wie im vergangenen Jahr konnten laut Nationalpark auch heuer 188 Adler an österreichischen Flüssen und Auen gezählt werden. Dabei handelt es sich zum Großteil um Wintergäste aus Nord- und Osteuropa.

Bei der sogenannten „Synchronzählung“ kontrollieren jährlich an die 50 VogelkundlerInnen alle Gebiete, in denen sich Seeadler aufhalten. Doppelzählungen werden so gut wie möglich vermieden, indem die Vogelfreunde alle Daten sorgfältig notieren. Mit 33 gesichteten Tieren sind die Donau-Auen und vor allem der Nationalpark nach den March-Thaya-Auen (74 Adler) das wichtigste Winterquartier in Österreich.

Gefahr für den Seeadler nicht gebannt

Bernhard Kohler, der Leiter der Abteilung „Biodiversität“ beim WWF Österreich, erklärt: „Es ist vor allem der strengen EU-Gesetzgebung wie der Vogelschutzrichtlinie zu verdanken, dass die Seeadler wieder bei uns Fuß fassen konnten. Das Verbot von gefährlichen Umweltgiften, der wirksame Schutz von Brutplätzen und die Bekämpfung illegaler Verfolgung haben die Bestände in Europa wieder ansteigen lassen.“

Die Gefahr für den Seeadler ist allerdings nicht gebannt. Nach wie vor werden die größten Greifvögel Österreichs abgeschossen, fallen Gifteinsätzen zum Opfer oder verenden qualvoll, wenn sie mit bleihaltiger Jagdmunition erlegte Wildtiere fressen. „Umso wichtiger ist es, dass ein wesentlicher Teil des Seeadlerbestandes in hochrangigen Schutzgebieten wie dem Nationalpark Donau-Auen ungestört brüten kann“, sagt Georg Frank vom Nationalpark. Hier fänden die Greife Brutplätze und genügend Beute vor. „Im Schutzgebietsnetzwerk Danubeparks versuchen wir, diesen Schutz auf den gesamten Donauraum auszudehnen. Dazu wurde ein länderübergreifender Aktionsplan erstellt“, so Frank.