Erstellt am 27. Januar 2016, 05:33

von Otto Havelka

1,4 Millionen Euro für das Haydn-Haus. Das Geburtshaus von Joseph und Michael Haydn wird vom Land NÖ zu einem attraktiven Kulturzentrum ausgebaut.

Beim Haydn-Haus in Rohrau, das Ende 2016 aus dem Dornröschenschlaf geweckt werden soll: Designer Stefan Umdasch, Michael Linsbauer und Kurator Werner Hanak-Lettner.  |  NOEN, Havelka

Im Oktober dieses Jahres rücken im Haydn-Haus die Bauarbeiter an. Bis September 2017 soll das Geburtshaus eines der größten Komponisten Österreichs zu einem modernen Museum und Veranstaltungsort ausgebaut werden. 1,4 Millionen Euro macht das Land Niederösterreich dafür locker.

Für das Projekt steht Koordinator Michael Linsbauer von der Kulturabteilung des Landes NÖ ein prominentes Team zur Seite: Werner Hanak-Lettner, Chefkurator des Jüdischen Museums in Wien, wird Kurator des neuen Haydn-Hauses (siehe auch Seite 6). Der mehrfach ausgezeichnete Designer Stefan Umdasch zeichnet für die architektonische Umsetzung und das Ausstellungsdesign verantwortlich. Mit im Team ist auch Agnes Hannes, die schon beim Haydn-Haus in Eisenstadt maßgeblich mitwirkte.

„Wir wollen das Objekt behutsam behandeln und seine Authentizität erhalten“, erklärt Ausstellungsdesigner Umdasch. „Inhaltlich wird das Thema ‚Kindheit‘ eine wesentliche Rolle spielen“, so Hanak-Lettner. Es gehe auch darum, das soziale Umfeld des jungen Haydn erlebbar zu machen.

Die wesentlichen Neuerungen:

• Neben einem attraktiveren Entree soll ein Shop eingerichtet werden, in dem es CDs und Souvenirs zum Thema Haydn zu kaufen gibt.
• Neu eingerichtet wird ein multifunktioneller Konzertsaal für gut hundert Gäste, der auch als Tagungs- oder Seminarraum zur Verfügung stehen wird.
• Das Land NÖ hat ein rund 750 Quadratmeter großes Nachbargrundstück angekauft, das in weiterer Folge als Parkplatz für Besucher dienen soll.

„Ein neues Haus ist auch eine Verpflichtung, es zu bespielen“, erklärt Linsbauer. Daher müsse man auch „mehr in die Werbung stecken“. Neben den vom Land initiierten Konzerten soll das Haydn-Haus auch für andere Veranstalter zur Verfügung stehen. „Das muss nichts mit Haydn zu tun haben“, so Linsbauer.
Sicher ist, dass das Haydn-Haus in Zukunft Winterschlaf halten wird. „Von November bis Ende Februar werden wir das Haus schließen“, weiß Linsbauer, „das ist nicht rentabel.“