Erstellt am 08. Juni 2016, 05:45

von Jutta Hahslinger

Schlepper verdienten am Flüchtlingsleid. Ein rumänisches Geschwisterpaar und ein Landsmann schleusten 500 Flüchtlinge nach Österreich und kassierten kräftig ab.

Schlepper-Aktionen wie diese, bei der Flüchtlinge auf einer Ladefläche eingepfercht waren, gingen auf das Konto des Geschwisterpärchens.  |  NOEN, Foto: privat

„500 Euro pro Person für eine Strecke von 490 Kilometern ist ein stolzer Preis für jene Menschen in Notlage, die insgesamt wohl 15.000 Euro für die Reise nach Europa hinblätterten. Sie waren die Finanzchefin und Zuständige für die Rekrutierung der Fahrer und organisierten die Fahrten“, entgegnet Richter Manfred Hohenecker harsch, als die 46-jährige Rumänin Monika V. versucht, ihre Rolle in der Schlepperbande herunterzuspielen.

Sie bleibt aber bei der teilgeständigen Verantwortung und spricht weiterhin von lediglich zehn statt 40 angeklagten Schlepperfahrten. Auch ihr Bruder, der 43-jährige Florentin V. gibt sich vor Gericht verhalten. Nur der Drittangeklagte Claudio P. legt ein umfassendes Geständnis ab.

„Pro Person kassierten Sie 500 Euro, das ergibt bei rund 500 Flüchtlingen stattliche 250.000 Euro“, rechnet der Ankläger der Angeklagten vor und Richter Manfred Hohenecker ergänzt: „Sie haben in nur zwei Monaten am Leid notleidender Menschen 15.000 Euro verdient.“ Für das Geschwisterpaar setzt es je zwei Jahre Gefängnis, für den geständigen Fahrer 18 Monate unbedingt. Die Urteile sind rechtskräftig.