Erstellt am 10. März 2016, 11:24

von Adalbert Mraz

Streit um 800 Euro endet mit Vergleich. Ehemaliger Mieter zog gegen die Betreiber vor Gericht. Am zweiten Verhandlungstag verglichen sich die Parteien.

Walter Novy bei der Vorbereitung auf die Verhandlung.  |  NOEN, Mraz

Walter Novy aus Hainburg wohnte in der Seniorenresidenz im Kurort. Er fühlte sich von den Betreibern – der Dignum Immobilien GmbH – wegen vermeintlich unrechtmäßigen Zahlungsforderungen ungerecht behandelt und zog vor Gericht (die NÖN berichtete darüber). Gefordert wurden die Kosten von 100 Euro für einen Duschvorhang, 200 Euro pauschal für die Reinigung sowie die Nachforderung einer sogenannten „Verfügbarkeitspauschale“ von 50 Euro pro Monat – insgesamt 800 Euro. Dieser Betrag wurde von der hinterlegten Kaution abgezogen.

Reingard Ohnewein von der Betreiberfirma bestätigte gegenüber der NÖN die Forderungen, die anderen Vorwürfe seien für sie aber nicht nachvollziehbar. Die Erhöhung der Betriebskosten sei eine wirtschaftliche Notwendigkeit gewesen und in keinem Zusammenhang mit der gestrichenen Verfügbarkeitspauschale gestanden.

Bei der ersten Tagsatzung des Bezirksgerichtes Bruck wurden im Jänner mehrere Zeugen einvernommen. Zur genauen Klärung des Sachverhaltes wurde die Einvernahme zusätzlicher Zeugen notwendig und eine neuerliche Verhandlung im März anberaumt.

Anwalt bot zu Beginn Vergleichsangebot an

Bei dieser Verhandlung startete die Vertretung der Firma Dignum GmbH – Rechtsanwalt Günter Schandor – mit einem Vergleichsangebot an den ehemaligen Mieter. Angeboten wurden die Übernahme der gesamten Prozesskosten inklusive der Anwaltskosten des Klägers und 600 Euro Abfindung anstatt der geforderten 800 Euro.

Der Anwalt des Klägers, Thomas Stöger, empfahl, das Angebot in dieser Form anzunehmen. Nach kurzer Beratung stimmte Walter Novy dem Vergleich zu. „Ich habe auf Anraten meiner Rechtsvertretung das Angebot angenommen, um zu einem Ende in der Geschichte zu kommen. Der einzige Fehler, den ich mir selbst vorwerfen kann, ist, dass ich bei der Rückgabe der Wohnung auf kein Übergabeprotokoll bestanden habe, weil ich geglaubt habe, dass ohnehin alles klar sei“, so Novy.

Um grundsätzlich solche Missverständnisse zu vermeiden, regte Novy für die Zukunft an, eine Art Ombudsstelle einzurichten, die bei Unstimmigkeiten neutral einwirken kann.

Reingard Ohnewein von der Betreiberfirma Dignum Immobilien GmbH war für eine Stellungnahme zum Ausgang der Verhandlung nicht erreichbar.