Erstellt am 25. März 2016, 05:44

von Ines Garherr

Strom aus dem Ort. Die Gemeinde wird künftig drei Windräder übernehmen und selbst betreiben. SP-Chef Mandl kritisiert: „Risiko bleibt“.

Drei der insgesamt 19 Windräder werden übernommen. Sie sollen das Gemeindebudget auffetten.  |  NOEN, Garherr

Als die Gemeinde im Vorjahr elf neue Windräder erhielt, ließ man die Option bestehen, in Zukunft drei davon in Eigenregie zu betreiben. Der Gemeinderat beschloss nun, diese Option wahrzunehmen – wenn auch mit Widerstand der SP.

Um die Möglichkeit einer Übernahme bestehen zu lassen, wurden die betroffenen Windräder durch eine eigene GmbH errichtet und in Betrieb genommen. Mit einer Einlage von 35.000 Euro wurde diese nun von der Gemeinde gekauft. Insgesamt kosten die Windräder rund 16 Millionen Euro.

Die Räder wurden von einer Bank vorfinanziert, die GmbH muss diese Schulden mit Zinsen innerhalb von 13 Jahren abbezahlen und die Dividende an die Gemeinde auszahlen. Während dieser Zeit erhält die Gemeinde einen geförderten Ökostromtarif. Danach bekommt sie alle Einnahmen aus den Windrädern, jedoch mit einem weitaus geringeren Stromtarif.

 „Einnahmen ermöglichen uns einen
höheren finanziellen Spielraum“


Statt die Windräder zu übernehmen, hätte die Gemeinde auch einen Betrag von 900.000 Euro für den Bau auf dem Gemeindegebiet entgegennehmen können. Berthold ist sich jedoch sicher: „Wir erhalten so mehr als diese 900.000 Euro. Die Einnahmen ermöglichen uns einen höheren finanziellen Spielraum.“ Wie groß die Einkünfte sein werden, lasse sich jedoch nicht sagen.

Eine eigens zum Thema eingerichtete Arbeitsgruppe empfahl die Übernahme. Die Gemeinde beauftragte außerdem Experten, um alle Einflussgrößen zu erfassen und Verträge, Vereinbarungen sowie Zahlen zu prüfen. Bis Mitte des Jahres will die Gemeinde die Windräder in ihren Besitz gebracht haben.

Während Berthold die Übernahme für eine sichere Sache hält, bleibt für SP-Obmann Kurt Mandl ein Risiko. „Wir wissen nicht, wie viel wir durch die Windräder wirklich einnehmen“, meint er. Es sei nicht die Aufgabe der Gemeinde, Windräder zu betreiben. „Außerdem geht es um sehr hohe Summen, da ist niemand von uns ein Profi“, fährt er fort.