Erstellt am 16. März 2016, 04:44

von Gerald Burggraf

Theater Forum: Mitarbeiter fordern rasche Entscheidung. Per offenem Brief machen die fünf Angestellten ihrem Ärger Luft. Politik kündigt einvernehmliche Lösung an.

Das Theater Forum rückt aufgrund der Intendanten-Posse ins Zentrum der Diskussionen in Schwechat. Stimmen Sie ab: Soll das Los entscheiden?  |  NOEN, Foto: Bernhard Schober

Die Bestellung des künftigen Intendanten im Theater Forum Schwechat schlägt weiter hohe Wellen. Der derzeitige Leiter Johannes C. Hoflehner verlängert seinen im Sommer auslaufenden Vertrag nicht, durch einen Jury-Entscheid sollte nun ein Nachfolger gefunden werden. Doch bei der Bestellung im Stadtrat kam es zum Streit zwischen den Koalitionspartnern SPÖ und Grüne (die NÖN berichtete).

Auch einige Tage danach war das Thema in aller Munde. Am Montag meldeten sich die fünf Mitarbeiter des Theater Forums, Adelheid Hutter, Reinhard Kralik, Thomas Nichtenberger, Grete Seitl und Sabine Stacher per offenem Brief an Bürgermeisterin Karin Baier (SP). „Wir Mitarbeiter machen uns große Sorgen um die Zukunft des Theaters“, lautet der erste Satz.
 

Sie fordern eine rasche Lösung. Sonst wären nicht nur ihre Jobs, sondern auch darüber hinaus Arbeitsplätze in Gefahr. „Wir lassen zum Beispiel unsere Werbemittel in Schwechater Druckereien fertigen, unser Publikum bringt der umliegenden Gastronomie eine Vielzahl an Gästen oder wir sorgen für einen positiven Bekanntheitsgrad Schwechats weit über die Stadtgrenzen hinaus“, heißt es in dem Brief.

„Bei der Nachbesetzung der Intendanten-Stelle handelt
Bürgermeisterin Baier wider besseres Wissen.“
Johannes C. Hoflehner

Zudem müsste dringend der Herbstspielplan erstellt werden. Nicht zuletzt, weil die Subvention des Landes NÖ an zwei Eigenproduktionen gekoppelt ist. Mit „Theater!!!“, das vergangene Woche Premiere feierte, ist bisher nur eine fixiert. Grundsätzlich bedarf es einer „Person mit hoher fachlicher Kompetenz“. Grobe Fahrlässigkeit werfen die Mitarbeiter der SPÖ im Zusammenhang damit vor, dass die Intendanz gelost werden sollte.

„Wir erwarten uns Qualifikation und Fachwissen und keinen Los-Entscheid“, betont man. Auch Hoflehner wird in dem Brief zitiert und spricht sich ebenso wie die Angestellten klar gegen Daniel Truttmann, den Favoriten der Roten, aus. „Bürgermeisterin Baier handelt wider besseres Wissen, wenn sie ihren persönlichen Kandidaten, einen Beamten des Rathauses, gegen deutlich fachkundigere Bewerbungen durchzusetzen versucht“, moniert er.

Die Stadtchefin betont, dass es ein Gespräch mit den Grünen gegeben habe und man versuche, in den nächsten Tagen eine „einvernehmliche Lösung“ zu finden. Wenig Freude hat sie, dass die Diskussion in der Öffentlichkeit ausgetragen wird.

NÖN.at berichtete: