Hainburg a.d. Donau

Erstellt am 30. August 2017, 05:02

von Josef Rittler

Hainburg trauert um beliebten Heurigen-Wirten. Karl Hubicek verstarb unerwartet im 74. Lebensjahr. Unklar ist derzeit, wie es mit „Heurigen zum Ungartor“ weitergeht.

Heurigen-Wirt Karl Hubicek bei der Weinlese.  |  NOEN, privat

Der in der Stadt und in der Region beliebte HeurigenWirt Karl Hubicek verstarb unerwartet im 74. Lebensjahr. Er wurde am Dienstag auf dem Stadtfriedhof zur letzten Ruhe getragen. Ob der von zahlreichen Gästen geschätzte „Heurigen zum Ungartor“ in der Alten Poststraße weitergeführt wird, steht noch nicht fest.

Karl Hubicek wurde am 10. Oktober 1943 in Breitensee bei Marchegg geboren und wuchs gemeinsam mit neun Geschwistern auf. Seine Eltern waren Landwirte, auch Karl war im landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern tätig und gleichzeitig Baggerfahrer.

Im Februar 1973 lernte er auf einem Hainburger Maskenball die Liebe seines Lebens, Rosemarie, kennen, im November 1974 wurde geheiratet. Mit Tochter Angelika zog die Familie 1978 von Breitensee nach Hainburg ins Haus der Schwiegermutter Rosa Huber, gemeinsam führten sie im Haus ein Gasthaus und im Hinterhaus den heutigen „Heurigen zum Ungartor“. Mit der Pension der Schwiegermutter stand der Heurigen im Vordergrund.

Nach der Arbeit war er Wirt

Hubicek war von 1978 bis 2003 als Staplerfahrer in der österreichischen Filtergesellschaft in Hainburg tätig und hat nach Dienstschluss bis spät abends als Wirt seine Gäste bedient. Im Jahr 2004 heiratete Tochter Angelika, in den folgenden Jahren kamen die Enkel Laura und Luca zur Welt. „Er war stets ein leidenschaftlicher Opa und nahm sich viel Zeit, um mit ihnen viel zu unternehmen“, erzählt Tochter Angelika Ponecz. „Als Kind musste er schon früh Verantwortung übernehmen und sich alles selbst erarbeiten. Erst durch seine Familie lernte er, das Leben zu genießen.“ Kreuzfahrten und Reisen ans Meer war immer seine Freude.

Karl Hubicek war ein Wirt mit Leib und Seele. In die Weingartenarbeit war er hineingewachsen. „Es gab nichts Schöneres für ihn, als seinen Weingarten zu bewirtschaften und zuzusehen wie alles gut wächst“, erzählt seine Tochter. Bekannte Erzeugnisse waren der Rotwein „Rouge Angelique“ (nach seiner Tochter benannt) und die nach seinen Enkeln benannten Weine. „Auch vor seinem Tode hat er noch alles vorbereitet. Leider muss die bevorstehende Weinlese nun ohne ihn gemacht werden, aber die Familie wird seine letzte Weinlese auch organisieren, sodass er dann von oben zusehen kann.“

Wie es mit dem Heurigenlokal weitergeht, ist noch unklar. Die lagernden Bestände an Hubicek-Weinen werden über die Gasse abverkauft.