Erstellt am 07. März 2016, 09:48

von Theresa Puchegger

Tourismus erreicht Rekordniveau. Rund 8.200 Nächtigungen im vergangenen Jahr sind neuer Spitzenwert. Aber: Fast 90 Prozent sind Arbeitspendler.

Foto: NÖN  |  NOEN, NÖN
Erfreuliches hatte VP-Bürgermeister Gerhard Schödinger bei der vergangenen Gemeinderatssitzung zu vermelden: Der Tourismus in der Gemeinde boomt.

Ortschef tritt auf die Euphoriebremse

Während 2011 rund 2.900 Nächtigungen verzeichnet wurden, entschlossen sich im vergangenen Jahr ganze 8.200 Personen zu einer Übernachtung in Wolfsthal. Und der Trend zeigt laut Schödinger auch weiterhin steil nach oben: „Die Zahlen werden vermutlich weiter steigen. Aktuell haben wir monatlich fast 1.000 Nächtigungen.“  

„Das ist natürlich eine super Sache“, freute sich Schödinger, trat dann aber leicht auf die Euphoriebremse. Immerhin sei „der Großteil der Personen aus beruflichen Gründen hier“, der Bürgermeister rechnet mit fast 90 Prozent Arbeitspendlern.

Die in Wolfsthal ansässigen Betriebe würden von den hohen Nächtigungszahlen demnach kaum profitieren – auch weil viele Besucher das meiste in der günstigeren Slowakei konsumieren. Einzig das Hotel „Fidi“ und das Gästehaus „Villa Pannonica“ können aus dem Tourismus wohl Profit schlagen.

Gemäß dem Tourismusgesetz des Landes Niederösterreich, das die Gemeinden in drei Ortsklassen einteilt, soll Wolfsthal aufgrund des großen Anstiegs der Nächtigungszahlen nun sogar von der niedrigsten Stufe drei auf die höchste Stufe eins umgestuft werden. Von der Gemeinde wird dafür eine Stellungnahme gefordert, in der sie ihre Besonderheiten, die für oder gegen eine Höherstufung sprechen, anführt.

Da mit einer möglichen Umstufung auch eine Erhöhung der Abgabensätze sowie der Nächtigungstaxe einhergeht, die Betriebe laut Schödinger gleichzeitig aber kaum profitieren, hat sich die Gemeinde entschieden, eine Stellungnahme dagegen abzugeben.