Erstellt am 09. März 2016, 07:50

von Susanne Müller

Trauriger Rekord bei Arbeitslosen-Zahlen. Die Baubranche nimmt wieder die Arbeit auf. Dennoch ist die Zahl der Jobsuchenden im Bezirk bislang ungebrochen hoch.

AMS-Leiter Herbert Leidenfrost: »Von einer Trendwende sind wir noch deutlich entfernt.«  |  NOEN, zVg

Mit Anfang März startete die Baubranche und zumindest die hohe Winterarbeitslosigkeit sinkt“, so AMS-Leiter Herbert Leidenfrost. Üblicherweise bringt dies eine Entspannung am Arbeitsmarkt mit sich. Dort sieht die Bilanz dennoch weiterhin unerfreulich aus. „Rekordverdächtige 1.922 (+123) Personen waren Ende Februar beim AMS Bruck arbeitslos gemeldet. Hinzu kommen 201 AMS-Kursteilnehmer. Von einer Trendwende sind wir noch deutlich entfernt“, so Leidenfrosts ernüchternde Bilanz.

Während für die Bauarbeiter die Arbeitslosigkeit üblicherweise auf die Wintermonate beschränkt ist, stehen die Chancen auf einen baldigen Arbeitsbeginn für die älteren Jobsuchenden derzeit gar nicht gut. 610 (+60) sind arbeitslos. Hinzu kommt, dass zuletzt auch die Dauer der Arbeitslosigkeit gestiegen ist. Frauen sind dabei im Schnitt 197 Tage auf Jobsuche, um 18 Tage länger als im Vorjahr. Bei Männern dauert es 203 Tage, ein Plus von 28 Tagen, bis sie wieder Arbeit finden. „Parallel dazu erhöht sich auch die Zahl derer, die bereits länger als ein Jahr auf Arbeitssuche sind“, so Leidenfrost. 309 (plus 53) sind dies mittlerweile.

AMS setzt Schwerpunkte

Das AMS setzt bei genau diesen beiden Personengruppen ihre Schwerpunkte an. „Mehr als die Hälfte unseres Förderbudgets reservieren wir für die Beschäftigung der 50+ Generation“, erklärt Leidenfrost. Und hier werden besonders jene gefördert, die länger als sechs Monate arbeitslos sind. Diese sogenannte Eingliederungsbeihilfe (EB 50 Plus) wird auch von der Bundesregierung mitfinanziert. „Wir können dabei die ersten Beschäftigungsmonate mit mindestens 50 Prozent der Lohn- und Lohnnebenkosten fördern“, so Leidenfrost.

Wenngleich 158 freie Stellen bei rund 2.000 Jobsuchenden wenig anmuten, so ist dies doch der einzige Lichtblick. Hier bleiben die Zahlen wenigstens stabil. „Im Februar wurden die Kontakte zu den Unternehmen intensiviert. Dabei konnten insgesamt 132 neue Stellenangebote inseriert werden. Beinahe 30 Prozent haben wir dabei aktiv von den Unternehmen geworben und jede zusätzliche Stelle kann Arbeitslosigkeit beenden“, so der AMS-Leiter. Alle Angebote sind tagesaktuell im „e-jobroom“ unter www.ams.at veröffentlicht.

Und dass sich trotz der schwierigen Situation immer wieder Erfolge einstellen, dass zeigen die Abmeldezahlen des AMS. „184 Arbeitslose begannen im Februar ein neues Dienstverhältnis“, freut sich Leidenfrost.