Erstellt am 11. November 2015, 05:17

von Susanne Müller

Vandalen: Burg als Sperrgebiet. Jugendliche werfen Steine durch die Fenster und zündeln im historischen Gebäude.

Die Burg ist das Sorgenkind der Gemeinde: Nun sollen die Fenster mit Holz verplankt werden, sodass zumindest das Eindringen nicht mehr so einfach möglich ist. Auch Kameras sind geplant.  |  NOEN, Susanne Müller

Die Burg ist schon seit Jahrzehnten das Sorgenkind der Stadtgemeinde. Seit einiger Zeit kommt zu dem schlechten baulichen Zustand des denkmalgeschützten ehemaligen Augustinerklosters eine weitere Sorge: Jugendliche verschaffen sich Zugang zum Gebäude, werfen Steine durch die Fenster und absolvieren gefährliche Mutproben.

„Zuletzt sind riesige Steine durch die Fenster zu uns in den Garten geflogen“, erzählt eine Anrainerin, die hinter der Zwingermauer ihren Garten hat. „Wenn uns da einer getroffen hätte, hätte er uns erschlagen.“ Bereits mehrfach war der Garten verwüstet, Messer aus einem Kasten im Garten steckten in den Wänden des Gartenhäuschens. „Vor wenigen Tagen haben sie in der Burg offenbar gezündelt und alle Fensterscheiben wurden eingeschlagen“, so die Anrainerin, die bereits bei der Polizei Anzeige erstattet und auch mit der Gemeinde Kontakt aufgenommen hat.

„Die Eltern haften für ihre Kinder“

„Sie haben auch die Dachluke eingeschlagen und versucht, aufs Dach zu klettern. Wenn da einer runterfällt, überlebt er das nicht. Und auch auf der Zwingermauer gehen sie immer wieder spazieren. Da geht es zehn Meter hinunter auf unserer Seite. Ich will nicht, dass es dann heißt, das hat ja niemand gewusst“, warnt die Anrainerin auch zum Schutze der Jugendlichen.

„Drei Jugendliche wurden von der Polizei festgehalten und deren Daten aufgenommen“, erzählt SP-Vizebürgermeister Gerhard Weil, der sich der Sache angenommen hat. Alle drei waren unter 14 Jahre alt und somit nicht strafmündig. „Die Kosten werden von den Eltern getragen werden müssen. Die Eltern haften für ihre Kinder“, so Weil, der betont: „Wenn fremdes Eigentum beschädigt wird und Menschen gefährdet werden, dann hört sich der Spaß auf. Das sind dann keine Lausbuben-Streiche mehr“, so Weil.

Als erste Maßnahme wurden bereits Absperrgitter zum Zwinger hin aufgestellt und gesichert. In einem nächsten Schritt sollen alle Fenster im Erdgeschoß mit Holzplanken dicht gemacht werden, sodass das Eindringen ins Gebäude nicht mehr so einfach möglich ist. „Dann kann man sich nur noch mit Gewalt Zugang verschaffen“, so Weil. Und wer das tut, das soll bald auch feststellbar sein. Geplant ist nämlich auch das Anbringen von Kameras. „Der abgesperrte Bereich ist nicht öffentliches Gut, da dürfen wir überwachen“, so Weil.