Erstellt am 16. Oktober 2015, 05:22

von Josef Rittler

Von 40 auf über 100 Personen aufgestockt. Im ehemaligen Ulrichsheim sind mehr Asylwerber als geplant untergebracht. Zahl soll sich bei 90 Personen einpendeln.

Das vor Kurzem noch unbewohnte Seniorenheim bietet derzeit mehr als hundert Flüchtlingen Unterkunft.  |  NOEN, Rittler

Vor mehreren Monaten wurde das ehemalige Ulrichsheim an der Landstraße zu einer Unterkunft für Asylwerber umfunktioniert. Nach anfänglichen Protesten wurde es ruhig um die Unterkunft und etliche Hainburger engagierten sich bei der Betreuung der Bewohner, organisierten Deutschkurse und brachten Sachspenden vorbei. Die Zahl der unterzubringenden Asylwerber wurde in einer Vereinbarung zwischen Land und Stadt auf vierzig Personen festgelegt.

Vergangene Woche veröffentlichte die Gemeinde dann allerdings folgende Meldung: „Vom Amt der Landesregierung wurden wir in Anbetracht der derzeitigen Flüchtlingssituation davon in Kenntnis gesetzt, dass etwa 40 Flüchtlinge zusätzlich im Ulrichsheim untergebracht werden.“ Bei den Neuankömmlingen handle es sich vorwiegend um Familien. Tatsächlich bewohnen jetzt mehr als hundert Flüchtlinge das ehemalige Seniorenheim.

90 Flüchtlinge bleiben in Hainburg

Dies wird vom Büro des für die Unterbringung von Asylwerbern zuständigen Landesrats Maurice Androsch (SP) bestätigt. Die Überbelegung resultiere aus der schwierigen Lage in Traiskirchen, dort müssten so viele Flüchtlinge wie möglich herausgebracht werden. „Wir stehen aber im Dialog mit dem Bürgermeister, die Überbelegung soll noch diese Woche abgebaut werden“, so Androsch.

VP-Bürgermeister Josef Zeitelhofer bestätigt: „Das ist richtig, wir haben telefoniert und mir wurde zugesagt, die Zahl der Bewohner wieder herabzusetzen.“ Schon am Mittwoch sollen einige der Neuankömmlinge in ein anderes Quartier übersiedeln.

In Hainburg werden insgesamt etwa 90 Flüchtlinge bleiben. So wie bei den bereits jetzt dort wohnenden Asylwerbern, wird es sich teils um Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf handeln, der Herkunft nach hauptsächlich Syrer, Iraker und Afghanen.
Die größere Anzahl hat auch einen wesentlichen Vorteil: Ab 60 Personen wird seitens des Betreibers SLC rund um die Uhr ein Betreuer für die Bewohner des Heims abgestellt.