Erstellt am 15. September 2015, 11:40

von Otto Havelka

Wasserleitung sorgt für neuen Zündstoff. Die Opposition stimmt gegen eine neue Wasserleitung, ist aber grundsätzlich dafür. Es geht ums Geld.

VP-Vizebürgermeister Herbert Kraus, Wassermeister Franz Karner und VP-Bürgermeister Hubert Germershausen vor einem Jahr am neuen Brunnenschacht. Mittlerweile ist die Finanzierung der Wasserversorgung ein politisches Streitthema.  |  NOEN, Foto: Havelka

„Jahrelang hat die Opposition kritisiert, dass bei der Wasserversorgung nichts weitergehe, jetzt steht sie auf der Bremse“, schüttelt VP-Bürgermeister Hubert Germershausen den Kopf.
Jüngster Anlass für den dezenten Seitenhieb des Ortschefs: Bei der letzten Gemeinderatssitzung stand die Auftragsvergabe für weitere Wasserleitungserneuerungen in der Höhe von 132.000 Euro auf der Tagesordnung. Beschlossen wurde diese mit den Stimmen der VP und des FP-Koalitionspartners Albert Wukoschitz, aber ohne Zustimmung der SP und der Liste Slezak.

„Wir sind nicht gegen eine neue Wasserleitung“, erklärt SP-Gemeinderat Sascha Ivanschitz, „aber laut Gemeindeordnung muss vor der Auftragsvergabe die finanzielle Bedeckung gesichert sein.“
Die Oppositionsparteien SP und Liste Slezak fühlen sich in der Diskussion um Auftragsvergaben im Rahmen der Wasserversorgung zu Unrecht als Verhinderer hingestellt. Das sorgte schon zu Beginn der Gemeinderatssitzung für ein emotionales Scharmützel.

Ivanschitz plädierte bei der Gemeinderatssitzung im Sommer dafür, mit dem Bau eines neuen Hochbehälters zuzuwarten und zuerst die Daten der Wasserversorgung in diesem Sommer auszuwerten.
Die VP-FP-Mehrheit beschloss dennoch die Errichtung eines neuen Hochbehälters samt Aufbereitung (die NÖN berichtete). Kostenpunkt: 678.000 Euro.
Ein Antrag von Ivanschitz, die Argumente der SP ins Sitzungsprotokoll aufzunehmen, wurde niedergestimmt. Nun ist der Einwand zumindest als Anhang verewigt.