Erstellt am 11. März 2016, 05:59

von Otto Havelka

Wort- und Sinnspiel machen den Spielsinn. Alfred Dorfer präsentierte sein Programm „bisjetzt – solo“. Der Dialektiker des Kabaretts bevorzugt kleine Bühnen.

Alfred Dorfer lieferte ein Pointen-Feuerwerk mit Tiefsinn.  |  NOEN
Zum Glück legte Alfred Dorfer bei seinem Auftritt am vergangenen Donnerstag im Stadttheater ab und zu ein paar Sekunden Schweigen ein. Dann hatte das Publikum die Chance, seinen subtilen Wortspielen auf die Schliche zu kommen. Manchmal überholt die nächste Pointe aber schon die vorherige, bevor diese „gesickert“ ist.

Dorfer ist ein Meister des dialektischen Wortspiels. Frage an Esoteriker: „Wenn der Weg das Ziel ist, ist dann das Ziel weg?“ Und am Beispiel einer Kartoffelernte bringt er den Unterschied zwischen Matriarchat und Patriarchat auf einen skurrilen Punkt: Bei den Frauen „zählt das Erreichte“, bei den Männern „reicht das Erzählte“.

Mehr als 30 Jahre Kleinkünstler

„bisjetzt – solo“ ist ein persönliches Konzentrat aus mehr als 30 Jahren Dasein als Kleinkünstler – angefangen von der Gründung der Kabarettgruppe „Schlabarett“ bis zu preisgekrönten Filmen wie „Indien“ mit Josef Hader. Dorfers Solo ist jedenfalls keine „Comedy-Show“ nur zum Lachen, sondern gespickt mit hintergründigen Pointen. Da wird das Pensionssystem zum „einzigen staatlich erlaubten Pyramidenspiel“ und Österreichs Zwetschgen-Partei mit „außen blau und innen braun“ definiert.

Fragt sich nur, warum ein Tisch und ein Sessel auf der Bühne stehen, die Dorfer in dem zweistündigen Programm ohnedies nicht benützt. Wahrscheinlich sind sie nur Staffage, damit die Bühne nicht ganz leer aussieht. Aber Dorfer will ohnedies zurück auf die „Kleinkunstbretter“. „Ich möchte wieder dorthin, wo ich angefangen habe“, verrät er der NÖN: Ein neues Programm für nächstes Jahr ist schon in Arbeit.