Erstellt am 19. März 2016, 05:34

Ziesel-Alarm bei „Hangar“-Projekt. Bürger fürchten, dass das Bauvorhaben den Lebensraum der Nagetiere bedroht. Projektentwickler beruhigt jedoch.

Auf der künftigen Fläche des »Hangar«-Projekts befinden sich derzeit zwischen 15 und 20 Ziesel. Für sie soll es auch nach der Fertigstellung der Hotel- und Freizeitanlage einen Platz geben.  |  NOEN, Fotos: Burggraf, NÖN Archiv

Die Ziesel waren schon bei Projekten in der Vergangenheit ein Thema in Schwechat. Vor allem am Kugelkreuz werden immer wieder einige der Nagetiere gesichtet. Doch genau dort, zwischen McDonalds und Wettbüro, soll künftig der „Hangar Schwechat“ entstehen. Die 80 Millionen Euro teure Hotel- und Freizeitanlage will auf einer Fläche von rund 53.000 m2 mit Gastronomie, Entertainmentcenter und neuerdings auch einem Unicampus punkten.

Dennoch ist das Vorhaben einigen Schwechatern ein Dorn im Auge. Nicht zuletzt sehen sie die Grünen gefordert. Doch Vizebürgermeisterin Brigitte Krenn (Grüne) sieht den Spielraum der Gemeinde als sehr begrenzt. „Wir sind nur für die baupolizeiliche Genehmigung zuständig. Alles Weitere fällt in das Aufgabengebiet des Landes NÖ“, erläutert sie.

Studie wurde in Auftrag gegeben

Die Stadtgemeinde hat ebenfalls ein kleines Grundstück an die Projektwerber veräußert. Allerdings hält Krenn fest, dass sowohl der Verkauf als auch die dazugehörige Umwidmung daran geknüpft waren, dass Kontakt mit Sachverständigen zum Schutz der Ziesel aufgenommen wird. „Dieser Nachweis wurde erbracht und war eine der Voraussetzungen für die Zustimmung im Gemeinderat“, unterstreicht die Vizestadtchefin.

Auf NÖN-Anfrage wird Projektentwickler Johann Habeler konkreter und bemüht sich, alle Befürchtungen zu zerstreuen. „Wir wussten von Anfang an über die Ziesel Bescheid. Wir haben auch sofort überlegt, was wir tun können“, erläutert er. Daher habe man bei der Veterinärmedizinischen Universität Wien eine Studie in Auftrag gegeben.



„Die Ergebnisse liegen auch schon vor und daran werden wir uns halten“, betont Habeler. Bei Zählungen kam zutage, dass zwischen 15 und 20 Ziesel auf der Projektfläche leben. Sobald die Bautätigkeiten starten – voraussichtlich 2017 –, werden die Ziesel eingefangen und in ein Gehege am Baugrund umquartiert. „Der Käfig soll einige Meter in den Boden eingearbeitet werden. Wir wollen die Tiere damit vor Angreifern schützen. Natürlich werden wir sie in dieser Zeit auch füttern“, erklärt Habeler.

Auch für die Zeit nach der Fertigstellung spielen die Ziesel eine Rolle in den Planungen des „Hangar“-Projektes. So sollen 28 Prozent des Grundstücks für die Nager freigelassen werden. „Momentan sind die Ziesel ja auch auf dieser Fläche eingesperrt. Wenn sie woanders hinwollen, müssen sie auf die Straße. Wir werden Rohre zu einem der benachbarten Grundstücke verlegen, wo sich die Tiere gefahrlos bewegen können“, gibt er bekannt. Natürlich müssen die Pläne von der Umweltbehörde noch genehmigt werden, Habeler ist aber optimistisch.