Erstellt am 25. März 2016, 06:04

von Birgit Samer

Zwist um Kahlschlag am Petersbach-Ufer. Grünen-Gemeinderat Christoph Lampert zeigt sich bestürzt über „Fast-Totalrodung“. Ortschef führt Hochwasserschutz ins Treffen.

Der Hochwasserschutz hat fürPeter Wolf oberste Priorität.  |  NOEN, Grüne Maria Lanzendorf

Der beliebte Spazierweg zwischen Achauer Straße und Himberger Straße wartet derzeit mit einem etwas anderem Bild auf: Statt idyllischen Bäumen ziert braune Erde die Landschaft. Grund dafür sind Rodungsarbeiten. Diese gehen Umweltgemeinderat Christoph Lampert (Grüne) allerdings zu weit. „Meine Info war, dass entlang des Petersbaches nur schadhaftes Altholz entfernt und Überhänge freigeschnitten werden. Von einer Fast-Totalrodung war keine Rede“, empört er sich.

Der Umweltgemeinderat hält das bisherige Vorgehen für „völlig unsensibel und überzogen“. „Unsere Gemeinde ist arm an Naherholungsgebieten“, bekräftigt er seinen Standpunkt. Lampert glaubt, dass das „billigste Konzept“ - alle 20 oder 30 Jahre massiv alles zurückzustutzen – angewendet wurde. Doch Naherholung dürfe auch etwas kosten. „Alle paar Jahre einzelne alte, schadhafte Bäume zu entfernen kostet sicher mehr, als dieser jetzige Kahlschlag – ist aber für die Naherholung und auch die dort lebenden Tiere ein massiver Mehrwert“, zeigt er Alternativen auf.

Verwachsungen durch Bäume und Sträucher

Für Amtsleiter Josef Bauer kann von einer Fast-Totalrodung keine Rede sein. „Grundsätzlich erfolgt der Rückschnitt aus Sicherheitsgründen, damit herabfallende Äste bzw. allenfalls umstürzende Bäume niemanden gefährden“, erklärt er die Rodungsarbeiten entlang des Petersbachs. Zustimmung erntet er von SP-Bürgermeister Peter Wolf. „Die schlimmsten Überschwemmungen in Maria Lanzendorf gingen immer vom Petersbach aus“, betont er die Notwendigkeit der Rodung. Die Hochwasserverbauung, zu der auch der Hochwasserdamm zwischen Achauer Straße und Himberger Straße zählt, hätte im letzten Jahrzehnt Überschwemmungen in der Gemeinde verhindert.

Die jetzigen Rodungsarbeiten sind das Ergebnis einer Begehung des Hochwasserverbandes. Hier seien massive Verwachsungen durch Bäume und Sträucher festgestellt worden. Auch sei bei den Bäumen ein massiver Pilzbefall erkannt worden.

„Natürlich wird beim Bearbeiten und Schneiden auch schweres Gerät eingesetzt, sodass der Flurschaden nicht unbeträchtlich ist. Andererseits darf nicht übersehen werden, dass dieser bereits in den nächsten Wochen wieder zugewachsen sein wird“, beruhigt der Ortschef. Auf die „sonst beachtlichen“ Einwände von Naturfreunden könne man wegen der Sicherstellung des Hochwasserschutzes nicht mehr eingehen.